3.1. Info zu den Charts

Informationen zu den nachfolgenden Charts

Hinweise/ Erklärungen zu den Jahrescharts
 
Beachten Sie bei der Auflistung der Jahrescharts
1. Die Schlagercharts basieren auf der Jahresauswertung der wöchentlichen Top-20-Singlecharts Jahrescharts
    durch die Uni Würzburg (2010) www.ki.informatik.uni-wuerzburg.de. In der Analyse mit anderen Quellen
    wurden nach dem Bekanntheitsgrad bestimmte Platzierungen korrigiert. Gründe: Vermarktung über Sampler-
    LP, verbessertes Unterhaltungsprogramm in Funk und Fernsehen und Hörerwunschparaden (Radio) und
    den Airplaycharts (Ermittlung der Häufigkeit der gespielten Songs im Radio).

2. International bezieht sich auf eine Auswertung internationaler Charts http://tsort.info/music (USA, UK),
    wobei die Präsenz in den deutschen Charts zur Richtlinie wurde. Das heißt, es wird ein Song in den
    Internationalen Charts erst mit den Erfolg in Deutschland gewertet, auch wenn der Song ein Jahr zuvor
    schon ein Hit war. Beachten Sie dazu entsprechende Bemerkungen.
3. Albumcharts: Sind zwar international orientiert, berücksichtigen aber auch verkaufsstarke LP (Album)
    in Deutschland. 
Album-Charts ( nach http://tsort.info/music ). Angemerkt sei, dass einige Alben nur in den
    angloamerikanischen Charts notiert waren. Das heißt aber nicht, dass nicht Song von den Alben im Radio
    (Jugendsendungen) gespielt wurden. Einige Alben schafften es auch nicht in die Top-Liste. 

4. Grundsätzlich, werden internationale Songs an ihrem Bekanntheitsgrad gemessen, da bis Mitte der der
    60er Jahre die älteren Generationen die 
Hauptkäuferschicht (Erwachsenen: 25 - 50-Jährige) von Schall-
    platten waren und somit die deutschen Verkaufs-Charts deutlich dominierten. Da jene Käufer 
vorrangig
    Schlager kauften, ergäbe es ein schräges Bild zu den internationalen Hits und wäre nicht objektiv
    gegenüber dem Geschmack der Jugendlichen und den allgemeinen Trend in Mitteleuropa. Trotz einer

    Zusammenschau war es nötig den Geschmack der Jugend in einer Extra-Hitliste zu notieren, die ihre Songs
    häufig über eine Jukebox oder speziellen Radiosender hörten.
5. Zusätze: DDR-Schlagercharts (Bekanntheitswertung) // Grand Prix de Eurovision (Songcontest) //
   Interpreten-Bewertung // weitere erwähnenswerte internationale Hits im aktuellen Jahr, die teilweise
   erst im nächsten Jahr ein Hit in den deutschen Charts werden oder gar nicht berücksichtigt wurden.

Hinweise zu den Verkaufs-Charts in der BRD

Singles: 

Ab 1953 erstellten die Automatenverkäufer (Jukebox) verkaufsrelevante Hitlisten der beliebtesten Songs, die 
am Automaten ausgewählt wurden. 1956 wurden dazu die Singleverkäufe in ausgewählten Schallplattenläden
mit hohe Verkaufszahlen) registriert, aber erst ab:

 1960 wurde ein einheitliche Markterhebung eingeführt und mündete in eine monatliche Top 50 Liste
⇒ a1965 wurde dann 2 x monatlich die Top 40 ermittelt
Die wöchentlichen Charts (wieder Top-50) wurde 1971 eingeführt und ab September 1977, wurde das unabhängige
Unternehmen Media Control gegründet, die nun die deutschen Charts zentral ermittelten
(ab 1980, die Top-75 und ab 1989, die Top-100).
Übrigens, zusammen mit Media Control und der Zeitschrift „Musikmarkt“ wurden nachträglich, die wöchentlichen
Charts vom 07. Januar 1956 bis 26. Dezember 1970 erstellt und vom Taurus Press-Verlag, Hamburg
(ISBN 3-922542-41-7) veröffentlicht.

Album/LP:

Album Charts wurden erst ab 1962 in Deutschland eingeführt und wurden 1 x monatlich, am 15. veröffentlicht.
Die aufgelistete Platzierung schwankte zwischen 20 und 50 Titeln, wobei sich Mitte der 60er Jahre die Top 50
durchsetzte. Aufgrund dessen, sind punktebasierende Charts von jener Zeit nur bedingt aussagekräftig und können
u sehr irreführenden Ergebnissen führen. Das gilt auch für nachträgliche Hochrechnungen.

Ab Dezember 1976 wurden die Albumcharts 2 x monatlich ermittelt und ab September 1978 wöchentlich.
Die Platzierung änderte sich nach 1978 und aus der Top 50 wurde auf eine Top 65 hingearbeitet. Erneut kam mit
der schwankenden Anzahl der platzierten Titel ein schräges Wertungsbild nach Punkte zustande.

Im August 1992 wurde die wöchentlich Top 100 eingeführt.

Übrigens, viele Punkteauswertungen beziehen sich auf die TOP 10, sowohl bei den Singles, als auch bei den LPs/Album.
as hat zur Folge, dass einige Hits auf den hinteren Plätzen nicht berücksichtigt wurden. So gibt viele Songs, die nach
einem optimalen Bewertungssystem (Top 100) ganz weit vorn in den Jahrescharts auf-tauchen, wogegen so mancher
Nr. 1-Hit ganz weit hinten landend, da sich der Song auf den hinteren Plätzen n
icht weiter platzieren konnte und
emzufolge an Punkten einbüßte.

Weiter sei angemerkt, dass Hitparaden nach Verkaufszahlen ebenfalls trügerisch sind, da der Absatz von Schallplatten
zeitabhängig ist und war. Wurden 1965 nur 52 Mio. Platten verkauft, so waren es im Jahr 2000 
schon 172 Mio. Platten.
Das heißt, ein Hit von heute erreicht wesentlich höhere Verkaufszahlen, als ein Hit 
der 60er Jahre.
Entscheidend ist somit immer der Langzeitwert (erweist sich ein Hit als Evergreen?).

 Nationenkürzel:
- D in der nationalen Liste oder BRD international für Bundesrepublik Deutschland
- Ohne Kürzel in der entsprechenden Liste oder DDR für Deutsche Demokratische Republik 

A bis F G bis N O bis Z
AUT    Österreich GBR    Großbritannien RSA    Südafrika
AUS    Australien GRI      Griechenland RUM  Rumänien
BEL     Belgien HUN    Ungarn POL    Polen
BRA    Brasilien IDO     Indonesien POR    Portugal
BUL    Bulgarien ISR      Israel SOW   Sowjetunion      
CDN    Kanada ITA      Italien SWE   Schweden
CSR    Tschechoslowakei  JAM     Jamaika SUI     Schweiz
DAN    Dänemark LUX     Luxemburg TUR    Türkei
ESP     Spanien MEX    Mexiko TAH    Tahiti
FIN      Finnland NDL     Niederlande USA    Ver. Staaten Amerikas
FRA    Frankreich NOR     Norwegen YUG   Jugoslawien/ Serbien

 

Musiksound
Kürzel zur Orientierung des Musikstils (Genre), um die Song-Art einordnen zu können.

BAL= Balladen, Hymnen, getragene Songs                Beat= Beatmusik, beatorientierte Songs
BLU= typische Bluesart                                               CAN= Chanson, textlich aussagekräftige Songs
C&W= Country und Western-Stilarten                       
FLK= international folkloristisch,                               
INS= Instrumental                                                       HUM = Humor/ Comedy                                       
JAZ = primär Jazzart                                                   KRV= Karneval/ Stimmung                                     
POP= populärer Musiksound der Zeit                         PRG=  progressive Musik, Liedermacher                   
RAG = Reggea                                                              RnR= Rock’n‘Roll-Art                        
SLG = Schlager typischer Art                                      SON= Songs die nicht klar definierbar sind     
SHT =  Shantyart/ Seemannslied                                 VOL= deutsche volkstümliche Art