1.1. Die 60er Jahre (politisch)

Die 60er Jahre (politisch)

0. Allgemeine Betrachtung

Die Topereignisse der 60er Jahre 
1. Die Berliner Mauer
2. Kuba - Krise, der beinahe 3. Weltkrieg

3. Internationale  Krisenherde
   
Kolonien, Vietnam, Israel, Biafra

4. Studentenunruhen

Allgemeine Betrachtung

Das revolutionäre Jahrzehnt stand im Zeichen des Umbruchs und die junge Generation forderte Freiheit und Gerechtigkeit. Sie revoltierten gegen die Erwachsenenwelt und probierten neue Lebensformen aus. Die Beatmusik wurde ihr motivierender Begleiter, um neue Wege zu gehen und alles zu hinterfragen, was man ihnen weiß machen wollte. Sie lebten der Gesellschaft die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann vor, ächteten den Krieg, forderte eine politische Mitsprache und klagten die versprochene Demokratie ein.

In den USA klagte die farbige Bürgerrechtsbewegung ihre vollen Staatsrechte ein und die Studenten forderten das Ende des Vietnamkrieges. Mit dem „Summer Of Love“ versuchten Hippies mit den Werten der Liebe für eine friedvolle Welt zu werben. Leider versumpfte der Flower Power Kult im Drogenrausch und die Mehrheit betrachtete sie als zugekiffte Spinner. Sowie in den USA stiegen in Westeuropa die Studenten auf die Barrikaden und verschafften sich gehör. Es wurde Zeit für eine radikale Erneuerung und Che Guevara, Ho Chi Minh, Dr. Martin Luther King und auch Karl Marx waren ihre Idole. Die sozialistische Idee wurde zur Basis ihres Demokratieverständnisses, nicht aber der praktizierte Ostblock-Sozialismus, der diktatorisch die freie Meinung knebelte. Die protestierende Jugend wurde in Westeuropa von der Polizei mit Gewalt auseinander geknüppelt und in Frankreich kam es zu bürgerkriegs-ähnlichen Straßenschlachten. Letztendlich scheiterten überall die Unruhen. In der BRD, fehlte den 68er Studentenunruhen, der Rückhalt in der Bevölkerung. Sie schafften es auch nicht ein überzeugendes Kampfprogramm zu definieren, sondern verloren sich in wortklauberischen Diskussionen und was sie klar forderten, verschreckte den braven Bürger.
In den sozialistischen Staaten rumorte es ebenfalls. Schon als die DDR die Mauer zur BRD errichtete, war in beiden Teilen Deutschlands die Empörung groß, aber die SED-Regierung  ging rigoros gegen die Kritiker in der DDR vor. Die sozialistischen Regierungen des Ostens reagierten schon im Vorfeld auf mögliche Studentenbewegungen. In der Tschechoslowakei wagte aber die Regierung einen demokratischen Weg, worauf sowjetische Panzer ins Land rollen und dem ein Ende machten und jeglichen Protest niederwalzten.
In Afrika und Asien setzte die große Unabhängigkeitsbewegung ein, die ihre europäischen Kolonialherren endgültig aus ihrem Land jagten. Durch die Ächtung des Krieges und einem weltweiten Umdenken, fanden die Regierungen der Kolonialmächte kaum noch Argumente für einen militärischen Einsatz. Eine Bevölkerungsmehrheit in jenen imperialen Ländern befürworteten das Recht auf Unabhängigkeit jener Kolonien in Afrika und Asien.
Anfang der 60er Jahre verhinderte der US-Präsident John F. Kennedy, dass die Kubakrise zum Krieg mit der Sowjetunion eskalieren konnte. Kennedy wurde kurz darauf ermordet. Einige Jahre später wurde auch sein Bruder Robert Kennedy erschossen, weil er den Vietnamkrieg beenden wollte. Ein weiteres populäres Opfer war der Bürgerrechtler Martin Luther King, der den ewig Gestrigen im Weg stand. Doch der Geist der Helden lebte weiter und Jugendliche brachte das weltweit protestierend zum Ausdruck. Dem Imperialismus wurden die Klauen gestutzt und die kapitalistischen Staaten waren zur friedlichen Koexistenz mit den sozialistischen Staaten gezwungen.
Leider versandete am Ende der 60er Jahre der revolutionäre Geist und die Jugend ließ sich vom Luxus verführen und gab sich mit ein paar Zugeständnissen der Gesellschaft/Regierung zufrieden. 
Sie tranken Coca Cola und kleideten sich in der Carnaby Street ein. Sie konsumierten das Leben, stürmten in die Kinos und lebten ihr Verständnis von sexuellen Freiheiten aus. In den sogenannten Aufklärungsfilmen (Sexfilme) holten sie sich dazu Impulse. Aus Beat wurde Hardrock, der sich progressiv gegen seine Vermarktung stemmte.
Mit dem Hardrock und der Liedermacherszene erwachte wieder eine engagierte Jugend, die deutlicher ihre Meinung formulierte. Ihr Weltbild wurde fundamentierter, in dem auch ein gewisses Konsumdenken passte. Es wuchs eine Jugend heran, die nicht mehr Reden, sondern handeln wollte, allerdings auch in extremer Form (RAF). Am Ende der 60er Jahre schien sich alles fortschrittlich zu entwickeln. In kapitalistischen, aber auch sozialistischen Staaten, machten die Regierungen der Jugend gegenüber manche Kompromisse, um den unberechenbaren Unruheherd zu beruhigen. In der Weltwirtschaft spielten Staatssysteme nur noch eine untergeordnete Rolle und auf dieser Basis wurde der politische Umgangston zwischen Ost und West etwas freundlicher.
Sportlich und kulturell legten sich die Differenzen und ließen Großereignisse zu Festen der Völkerverständigung werden. Die Jugendbewegung der 60er Jahre knüpfte so an die Rock’n Roll Rebellion der 50er Jahre an. Das unkonkrete Ausprobieren stellte die Weichen für eine emanzipierte Jugend, die nun eigene Weltvorstellungen ausprobierte. Von den Blumenkindern über die Studentenunruhen konkretisierte sich die Weltsicht für die 70er Generation, die nun auf ein vorgefertigtes Fundament zurückgreifen konnte.

1. Die Berliner Mauer ( Grenze )

 Am 3. April 1961 unternahm die UdSSR einen letzten Versuch Berlin einen entmilitarisierten Status zu geben. Ähnlich wie Monaco oder San Marino, sollte Gesamtberlin eine Enklave werden, eine politische Insel und souveräne, neutrale Handelszelle. Moskau versprach sich dadurch wirtschaftliche Vorteile für alle Beteiligten. Die Westmächte befürchteten zukünftig die Vereinnahmung der gesamten Stadt, durch einen sozialistischen Senat. Nachdem die Gespräche mit den USA, in Wien scheiterten, gab Moskau der SED Regierung grünes Licht für die geplanten Grenzsicherungsmaßnahmen.
Bislang wurde ab 1952 nur eine innerdeutsche Grenze („Grüne Grenze“) zur BRD aufgebaut, die stetig erweitert wurde. Westberlin verfügte dagegen über keine reguläre Grenze und somit war ein reger Verkehr zwischen Ost und West möglich. Zu einem massiven Problem wurde, dass zahlreiche qualifizierte Fachkräfte sich vom Westen abwerben ließen und es gelangten   ungehindert Spione, Saboteure und Agenten in die DDR. Der wirtschaftliche Schaden für die Volkswirtschaft der DDR war enorm und bremste entscheidend den Aufschwung des Landes. Zudem verschärfte sich der Ton der Bundesrepublik gegenüber der DDR, da die BRD den deutschen Alleinanspruch in der Welt nicht mehr durchsetzen konnte. Durch die zunehmende internationale Anerkennung der DDR bröckelten die Isolierungsversuche des Westens dahin und auf sportlicher und kultureller Ebene wurde die DDR als souveränes Land akzeptiert. Besonders der Bund der Vertriebenen (1957) hetzte gegen das Unrechtsregime in der DDR und forderte vehement die Ostgebiete (Schlesien, Pommern) wieder zurück. Zudem stand die Gründung der NPD (1964) bevor und Rädelsführer wetterten gegen alle Sozialisten. Im Sinne der regierenden CDU griff innenpolitisch ein antisozialistisches Klima um sich.
International lieferten der Algerienkrieg und die beginnende Kubakrise der DDR Propaganda die nötigen Argumente und sprach von einer akuten imperialistischen Bedrohung. Die DDR Regierung schaffte es ihr Vorhaben zur Grenzsicherung geheim zu halten und bezeichnete propagierte Behauptungen als Gerüchte.
In der Nacht vom 12. auf den 13. August 1961 begannen Truppen der NVA, der Grenzpolizei, der Volkspolizei und der Betriebskampfgruppen die Straßen und Gleiswege nach West-Berlin abzuriegeln. Bauarbeiter setzten die vorgefertigte Betonteile ein und an schwerzugänglichen Stellen wurden Mauern errichtet. Bei der Sicherung und den Arbeiten nutzten eingesetzte Sicherungskräfte, Bauarbeiter oder anwesende Passanten, die Möglichkeit zur Flucht. Etwa 300 Personen flüchteten direkt und etwa 100 wurden verhaftet. Der Sicherungsmaßnahmen richtete sich aber nicht vorrangig auf die Flüchtenden, sondern es war eine Eskalation mit den Alliierten zu befürchten. Das sowjetische Militär befand sich in höchster Gefechtsbereitschaft, um einen möglichen militärischen Angriff abzuwehren.
Am Checkpoint Charlie (Friedrichstraße) kam es zu einer heiklen Situation, bei der sich kampfbereit amerikanische und sowjetische Panzer gegenüberstanden. Keiner wagte jedoch den ersten Schuss abzugeben und so endete das Nervenspiel erst am nächsten Tag. Trotzdem die Bundesrepublik von den bevorstehenden Grenzsicherungsmaßnahmen wusste, waren sie jedoch vom Zeitpunkt, der Perfektion und der Organisation sehr überrascht.
Die Reaktionen auf den Mauerbau fielen in Westeuropa zurückhaltend aus, lediglich der Westberliner Bürgermeister Willy Brandt verurteilte die Grenze als menschenverachtendes Bollwerk und prägte das Bild von den eingesperrten Brüdern und Schwestern in der DDR. Erst nach dem vollendeten Mauerbau kritisierte die imperialistische Welt die Grenze, unter anderem John F. Kennedy mit seinem legendären Bekenntnis „Ich bin ein Berliner!“ 

Zitate während des Mauerbaus:
„Keine sehr schöne Lösung, aber tausendmal besser als Krieg.“ - US-Präsident J. F. Kennedy  „Die Ostdeutschen halten den Flüchtlingsstrom auf und verschanzen sich hinter einem noch dichteren Eisernen Vorhang. Daran ist an sich nichts Gesetzwidriges.“ - Britischer Premierminister Harold Mac Millan

Exkurs – Grenze: Die Berliner Grenze wurde in der DDR offiziell als „Antifaschistischer Schutzwall“ bezeichnet. Für die schon bestehende Grenze zur BRD, orientierte man sich an die Grenze zwischen USA/Mexiko. Für Westberlin kam mehr die koreanische Variante in Betracht, die mit individuellen Neuerungen ausgestattet wurde. Die Grenzsoldaten wurden ein separater Teil der NVA, verstanden sich aber vorrangig als Abwehrbollwerk gegen einen möglichen Militärschlag aus der Bundesrepublik. Für das Grenzhinterland wurde die spezifische Grenzpolizei geschaffen, die Schlepperbanden und Fluchtwillige aufspüren sollten. Laut der Vergatterung (Einsatzbefehl) sollten Grenzverletzer (Flüchtige) verbal und anschließend mit einem Warnschuss gestoppt werden. Nur als letztes Mittel sollten gezielte Schüsse in die Beine abgegeben werden.
Tödliche Schüsse waren nur erlaubt, wenn das eigene Leben bedroht war. Die Realität sah aber anders aus, so wurden tödlich Getroffene offiziell als tragische Unfälle bezeichnet.
Dazu muss man wissen, dass sich Grenzsoldaten vor der Staatssicherheit zu verantworten hatten, wenn sie einen Flüchtigen nicht stellen konnten. Den Soldaten konnte unterstellt werden im Dienst geschlafen zu haben, unwachsam gewesen zu sein oder sogar Beihilfe zur Flucht geleistet zu haben. Ein solcher Vorwurf konnten erhebliche Haftstrafen zur Folge haben. Aus Angst davor, schossen einige Soldaten daher gezielt auf Flüchtlinge, statt selbst im Stasigefängnis zu landen. Sie beruhigten ihr Gewissen damit, dass jeder Flüchtige die Lebensgefahr kannte. Außerdem wurden die Grenzer von den westlichen Medien sowieso als schießwütige Monster dargestellt. Grenzsoldaten waren daher auch bei der DDR Bevölkerung sehr unbeliebt. Tatsache ist aber, dass die meisten Grenzsoldaten nicht freiwillig ihren Dienst an der Grenze absolvierten und schon gar nicht auf jemanden schießen wollten. Hinzu kam, dass wegen dem Risiko, einige Flüchtlinge versuchten die Grenzposten auszuschalten. Die getöteten Wachposten (offiziell übertrieben), machten die Grenzsoldaten zusätzlich nervös, sodass die Schusswaffe vorschnell auf Flüchtige eingesetzt wurde.

Bilanz:  Bis zum Mauerbau flohen etwa 2,6 Millionen Bürger aus der DDR, davon nutzten während des Mauerbaus 47.000 Bürger offene Schlupflöcher oder vollzogen waghalsige Aktionen zur Flucht. Circa 500 Personen gelang bis zum Fall der Mauer die Flucht über die Grenze, meistens über die „Grünen Grenze“ (Bundesrepublik). Von den 138 Todesopfern wurden 98 tödlich getroffen und die anderen verunglückten tödlich. Von den Grenzsoldaten verloren etwa 150 ihr Leben, wobei die Mehrheit tödlichen Unfällen zum Opfer fielen (Umgang mit Waffen; eigene Kameraden für Flüchtlinge gehalten). Eine genaue Zahl von getöteten Grenzern von Flüchtigen ist nicht möglich (geschätzt etwa 10). Nach inoffiziellen Schätzungen wurden etwa 2.000 Flüchtige an der Grenze verhaften. Die spektakulärsten Fluchtarten waren: mit einem Heißluftballon, über die Ostsee geschwommen, Tunnelbau unter die Grenze.

2. Kuba - Krise, der beinahe 3. Weltkrieg

Im Januar 1959 vertrieben die Guerillas den Diktator Fulgencio Batista aus Kuba. Fidel Castro und Ernesto Che Guevara bauten Kuba zu einem sozialistischen Staat auf. Im selben Jahr nimmt Kuba diplomatische Beziehungen zur Sowjetunion auf und verstaatlicht die ausländischen Firmen (meistens US-Unternehmen). Am 19. 10. 1960 verhängten die USA umfangreiche Wirtschaftssanktionen gegen Kuba und schleusten Saboteure und bewaffnete Konterrevolutionäre ins Land. Jene Maßnahmen blieben ohne Wirkung und somit leitete die CIA am 17. April 1961 die Invasion in der kubanischen Schweinebucht ein. Nachdem die Landung der Söldner scheiterte, erklärt sich die Sowjetunion als Schutzmacht für Kuba.
Das Klima zwischen den Großmächten verschärft sich, als die Sowjetunion 40.000 Soldaten stationiert und damit begann Nuklearraketen aufzustellen. Für die Sowjetunion war das eine willkommene Gelegenheit die taktischen Defizite zur USA auszugleichen. Über die Türkei verfügten die USA über Nuklearraketen unmittelbar an der Grenze zur Sowjetunion. Die sowjetischen Atomraketen auf Kuba waren wiederum der USA zu nahe. Neben den Atomraketen befürchteten die USA, dass sich der kubanische Sozialismus zum Flächenbrand über Süd- und Mittelamerika entwickeln könnte.
Am 14. 10. 1962 genehmigte die US-Regierung umfangreiche Aufklärungsflüge über Kuba und planten eine Invasion der US-Armee, worauf die UdSSR scharf protestierte. Bei einer Sitzung der US-Regierung wurden verschiedene Pläne erörtert das Problem Kuba zu beseitigen, bei der das Militär mehrheitlich eine Invasion auf Kuba favorisierte. Dem entgegen entschied sich Präsident John F. Kennedy für eine Seeblockade Kubas, wobei Kampfhandlungen zu befürchten waren. Am 22. 10. 1962 wurden vorsichtshalber die US-Streitkräfte in erhöhter Alarmbereitschaft versetzt und nach Florida verlegt.
Die NATO Verbündeten wurden vom Handeln der USA in Kenntnis gesetzt und kurze Zeit später errichtete die US-Navy mit 200 Kriegsschiffen die Seeblockade. Zeitgleich wurde der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow aufgefordert, die Atomraketen aus Kuba abzuziehen. Chruschtschow wies die Forderung zurück und verlangte dagegen ein Ende der Seeblockade und unterstrich, dass die stationierten Raketen nur der Verteidigung dienten.
Sowjetische Kriegsschiffe nahmen indes am 24. Oktober Kurs auf die Seeblockade, wichen aber einen Konflikt aus und drehten ab. Hinter der Aktion steckte ein Ablenkungsmanöver, sodass andere Militär- und Transportschiffe Kuba sicher erreichten. Nach dem Täuschungsmanöver bot Chruschtschow Kennedy den Abzug der Nuklearraketen an, der im Gegenzug auf jegliche Invasionspläne verzichten und die Blockade beenden sollte.
Jedoch am 26. Oktober zwingt ein US-Zerstörer ein sowjetisches U-Boot zum Auftauchen. In dieser heiklen Situation handelte der sowjetische Offizier Arkhipov besonnen und feuerte, entgegen seiner Order, kein Torpedo ab. Ebenso löste der Abschuss eines Aufklärungsflug-zeuges über Kuba keine Kampfhandlungen aus. Indes wurde John F. Kennedy von seinen Beratern gedrängt die Invasion zu befehlen, jedoch er setzt weiter auf Verhandlungen. In geheimen Gesprächen zwischen  Kennedy und Chruschtschow einigen sie sich auf eine Lösung. Die Sowjetunion sollte seine Atomraketen aus Kuba abziehen, worauf die USA seinerseits die Raketen aus der Türkei entfernt und die Souveränität Kubas garantierte.
Am Sonntag dem 28. 10. 1962 fand die Kubakrise sein Ende. Die Deeskalationspolitik von John F. Kennedy führte zum Erfolg. Als erster Präsident der USA wagte er ein Zugehen auf die Sowjetunion und verhinderte so einen möglichen 3. Weltkrieg. Mit den Verhandlungen auf der Basis des gegenseitigen Respekts entspannte sich in der Folgezeit das Weltklima.
Unter anderem handelten die Großmächte ein Atomwaffenteststopp (Abkommen) aus und um aufkommende Konflikte schneller lösen zu können, wurde 1963 zwischen Moskau und Washington eine Direktverbindung („Heißer Draht“) geschaffen. 
Am 22. 11. 1963 wurde John F. Kennedy ermordet. Es spricht vieles dafür, dass die CIA hinter dem Attentat steckte. Der liberale Kurs Kennedys ging einflussreichen militanten Kräften zu weit, da seine Politik wirtschaftliche und militärische Interessen verhinderte. Der gewünschte Kubakrieg kam nicht zustande, stattdessen hatte Kennedy einen sozialistischen Staat in unmittelbarer Nähe der USA zugelassen. Zudem brachte seine zögerliche Politik zu Vietnam das Fass zum Überlaufen. Obwohl Kennedy einverstanden war das Regime in Südvietnam mit einer Eliteeinheit und Militärberater zu unterstützen, so lehnte er aber das Eingreifen regulärer Truppen ab.
Nach dem Tod Kennedys wurde der Demokrat Lyndon B. Johnson neuer Präsident und obwohl er den Entspannungskurs zur Sowjetunion sporadisch fortsetzte, beugte er sich den militärischen und wirtschaftlichen Interessen. Er verstärkte die militärische Hilfe für das Regime in Südvietnam und setzte reguläre US-Truppen ein. Dann unterstützte er Israel als Bollwerk gegen die pro-sowjetischen Palästinenser und arabischen Staaten. Innenpolitisch wurde zwar die Rassentrennung aufgehoben, aber der Alltag blieb weiterhin rassistisch. Auch ein Gesetzespapier zum Kampf gegen die Armut war mehr eine Fassade. Dennoch der neue Kurs zeigte fortschrittliche Tendenzen, die in den 50er Jahren noch unmöglich gewesen wären. Vielleicht machte die USA Regierung manche Zugeständnisse, um gegen-über Kuba zu demonstrieren die bessere Demokratie zu sein.

3. Internationale  Krisenherde
Die imperialistischen Mächte verloren an Einfluss und Ansehen in einer Welt. Die neuen Jungen Nationalstaaten wandten sich mehrheitlich den sozialistischen Staaten zu und stürzten Frankreich und Großbritannien in die Wirtschaftskrise. Lediglich mit dem modernen Image der USA, gelang es den Amerikanern weiter an Einfluss in der Welt zu gewinnen.

Kolonialreiche:
1960 erlangten 18 Länder in Afrika und Asien ihre Unabhängigkeit, wobei  Frankreich und Großbritannien die meisten Kolonien verloren.
Der französische Präsident Charles de Gaulle änderte daraufhin radikal seine Außenpolitik. Der sonst eher als Nationalist bekannte Politiker setzte auf Völkerverständigung und Frieden. Es war der öffentliche Druck im eigenen Land und die zu hohen militärischen Kosten, die ihn dazu bewogen, die Kolonien freizugeben. In Algerien standen sich zudem die muslimische Befreiungsbewegung und die Algerienfranzosen (Siedler) gegenüber, die jeweils das Land für sich forderten. Das brachte die französische Regierung in eine Zwangslage. Präsident Charles de Gaulle wollte eine kontrollierte Unabhängigkeit durchsetzen und verärgerte damit die Algerienfranzosen. Die Spannungen eskalierten zu einem bürgerkriegsähnlichen Konflikt und erst die gewaltige Solidarität des französischen Volkes für de Gaulle beendete den militanten Widerstand der Algerienfranzosen. 1962 entließ Frankreich Algerien in die Unabhängigkeit, mit wirtschaftlichen Bedingungen, aber 1965 kündigte Algerien auch diese.
Das britische Empire wollte seinerseits einen solchen militärischen Konflikt aus dem Wege gehen. Zudem war ihr Riesenreich logistisch nicht mehr zu finanzieren und musste ebenso Kolonien in die Unabhängigkeit entlassen. Über das Angebot eines losen Staatenbündnis, Commonwealth of Nation, konnte Großbritannien seine wirtschaftlichen Defizite mildern. Schließlich eskalierte der Konflikt zwischen einheimischen Mau-Mau’s und britischen Siedlern in Kenia. Nach den ersten toten Siedlern handelte das britische Militär 1963 brutal. Etwa 63 Soldaten und 33 Siedler starben, dagegen wurden mindestens 20.000 Rebellen getötet. Aufgrund der hohen Opferzahlen aufseiten der Einheimischen wurden dem britischen Militär Gräueltaten vorgeworfen. Letztendlich entschloss sich die britische Regierung seine Siedler aus Kenia auszufliegen und das Land in die Unabhängigkeit zu entlassen.
Ende 1964 gab es faktisch keine britische Kolonie mehr in Afrika. Weltweit blieben dem britischen Empire nur 14 kleine Inseln übrig, die mehr als militärischer Stützpunkte genutzt wurden. Mit dem Commonwealth of Nation hatte Britannien allerdings ein Staatenbündnis geschaffen, das den Mitgliedsstaaten wirtschaftliche Vorteile brachten. Oberhaupt der Überseegemeinschaft war nur die Königin von England. Zu deren Mitglieder gehörten u.a., Länder wie Kanada, Australien, Neuseeland, anfangs auch Indien, Kenia und Kamerun.

Wirtschaftsmächte: 
Die ehemaligen Kolonialmächte passten den politischen Kurs dem Zeitgeist an. Um verlorenen Boden wieder gutzumachen, boten sie großzügige Wirtschafts-hilfen an und lockten mit vorteilhaften Handelsverträgen. Die entstandenen Jungen National-staaten standen aber den ehemaligen Kolonialmächten skeptisch gegenüber und suchten sich lieber neue Orientierungspunkte, statt auf die Unberechenbarkeit der Europäer hereinzufallen.
Speziell der Einfluss der sozialistischen Idee ließ die Sowjetunion wirtschaftlich und politisch expandieren. Es bestand für die kapitalistische Welt die Gefahr, große Teile des Weltmarktes zu verlieren. Lediglich die reformierten USA konnte das Vertrauen unabhängigen Staaten für sich gewinnen. Der demokratische Kurs, die Wirtschaftsstärke und der hohe Lebensstandard der USA beeindruckten die Welt. Vermutlich hätten die USA mit John F. Kennedy den Einfluss der UdSSR deutlicher mindern können, aber einflussreiche Kräfte entschieden sich für den falschen Weg. Vietnamkrieg, Nahostpolitik und die Unterstützung der Terrorregime in Lateinamerika schädigte das Vertrauen in die USA gewaltig.

Vietnamkrieg:
Nach dem Indochina-Krieg der Franzosen teilte sich Vietnam 1954 in den kommunistischen Norden und dem republikanischen Süden. Nachdem 1956 die letzten französischen Truppen Südvietnam verließen, unterstützte die USA das Land. Mit dem Nationalisten Dinh Diem herrschte ein Terrorregime in Südvietnam und ging brutal gegen vermeintliche Gegner vor. Speziell der blutige Konflikt mit den Buddhisten weckte beim Volk Sympathien für die Kommunisten. Beim Militärputsch von 1963 wurde Dinh Diem getötet und General Van Minh übernahm die Macht. Der Austausch von Namen bremste nicht den bewaffneten Widerstand und die neue Militärjunta offenbarte ebenso brutal ihr Gesicht und richtete vermeintliche Kommunisten und deren Helfer gnadenlos hin. Innerhalb des Militärs kam es zu Differenzen, dem ein erneuter Machtwechsel folgte. Ein ständiger Regierungskonflikt verstärkte die nationale Instabilität und stürzte das Land in ein Chaos. Die Vietcong wurden dadurch immer stärker und kontrollierten ganze Regionen im Land.
Erst 1965 schickte die USA ihr Militär in die Republik Südvietnam, um die Junta zu retten. Bisher hatte John F. Kennedy den Einsatz regulärer Truppen abgelehnt, zumal das Saigoner Regime wegen der brutalen Machtausübung stark kritisiert wurde. Im Nachhinein betrachtete das US-Militär das verspätete Eingreifen als Fehler, wodurch die Vietcong erst so stark werden konnten. Das eigentliche Problem wurde aber der unerwartet heftige Widerstand. Da ein schneller militärischer Sieg nicht zustande kam, setzte das Militär Napalm ein. Die zähflüssige, klebrige Masse (chemischer Kampstoff) verursachte eine starke Brandentwicklung, die mit Wasser nicht zu löschen war. Kriegsreporter wurden Zeuge, wie Napalm auch gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt wurde. Die schreckliche Wirkung der Brandwaffen machten einige Reporter öffentlich und zeigten der Welt die grausamen Bilder.
Sie dokumentierte die Qualen von Brandmalen bei Frauen, Kinder und alten Leuten, zeigten die verkohlten Leichen und berichteten von Massakern gegenüber der Bevölkerung, da sie angeblich den Vietcong unterstützten. Weltweit erhob sich der Protest gegen den amerikanischen Vietnamkrieg und in den USA war es die Studentenbewegung, die den Krieg thematisierte. Ungeachtet der Proteste tötete das amerikanische Militär weiter. Zwischenzeitlich hoffte die Welt auf Robert Kennedy, der zum Wahlkampf in den USA antrat und ein Ende des Vietnamkrieges versprach.
Am 6. Juni 1968 wurde er Opfer eines Attentaten, dessen Täter ihn offiziell wegen der amerikanischen Nahostpolitik ermordete. Der Krieg tobte bis in die 70er Jahre hinein und Ende der 60er Jahre wurden die Nachbarstaaten Kambodscha, Laos und auch Nordvietnam in den Krieg hineingezogen. Grund dafür war einerseits die Unterstützung Nordvietnams mit Waffen und Freiwilligen. Andererseits nutzten die Vietcong die Grenzgebiete zum Rückzug, um sich zu sammeln und organisierten Aktionen gegen das US- Militär.
International wurde die USA auch von kapitalistischen Staaten kritisiert, selbst die ehemalige Kolonialmacht Frankreich wurde zum Verfechter einer schnellen diplomatischen Lösung. Schätzungsweise starben 1,5 bis 2 Millionen Vietnamesen, darunter mindestens 500.000 Zivilisten. Etwa 58.000 US-Soldaten starben und 150.000 wurden verwundet. Das Trauma von Vietnam trieben zahlreiche US-Soldaten nachträglich zum Suizid oder in die Drogensucht. Untersuchungen sprechen davon, dass 60.000 Soldaten mittelbar oder unmittelbar an den Folgen des Traumas oder am Drogenkonsum starben.
Nach dem Krieg sprach Vietnam von 4 Millionen Opfer und das USA- Militär vertuschte die wahren Opferzahlen. Zumindest müssen jene Opfer hinzugerechnet werden, die an den Spätfolgen der biologischen und chemischen Waffen, sowie Napalmbrandbomben der USA starben. Umweltschäden und Vergiftungen führten ebenso zu zahlreichen Missgeburten.

Israel und der Nahe Osten:
Am 5. Juni 1967 kam die israelische Armee einen arabischen Angriff zuvor und griff ohne Vorwarnung ägyptische, jordanische und syrische Militärflug-häfen an. Die Hauptstreitmacht Ägypten verlor innerhalb kürzester Zeit 385 Kampfflugzeuge und 30 Bomber. Nach dem Handstreich verfügte Israel über die absolute Lufthoheit. In den folgenden fünf Tagen fügte das israelische Militär den arabischen Invasoren eine schmachvolle Niederlage bei. Auf israelischer Seite starben 766 Soldaten und auf arabischer Seite fanden 35.000 Soldaten den Tod. Im Zuge des Überraschungsangriffs besetzte Israel die ägyptische Sinaihalbinsel, die syrischen Golanhöhen und den Westen Jordaniens (Westjordanland) als Sicherheitszone. Besonders schmerzlich war es für die Palästinenser, die auf eine Vertreibung der Juden hofften.
Angesichts der arabischen Niederlage beschloss, die am 28. 05. 1964 gegründete PLO in den Untergrund zu gehen. Unter der Leitung von Jassir Arafat folgten ein Jahr später die ersten Terrorakte gegen Israel. Im Hintergrund des Nahost-Konflikts zogen die USA und die Sowjetunion die Fäden. Durch die Unterstützung Israels hoffte die USA den sozialistischen Trend in der arabischen Welt zu stoppen. Die palästinensische Forderung nach einem eigenen Staat nutzte die USA, um sich als wahre demokratische Macht zu präsentieren. Nur die USA war in der Lage Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern anzuregen und schmälerten dadurch den Einfluss der Sowjetunion in der arabischen Welt.
Das Fiasko im 6-Tage Krieg schädigte nicht nur die Führungsrolle Ägyptens in der arabischen Welt, sondern auch die Kritik über den richtigen Weg und den richtigen Verbündeten. Ägypten und Syrien waren zudem arabischen Staaten, die mit diktatorischen Mitteln ihren sozialistischen Weg durchsetzten. Jordanien war ein Königreich und wollte es auch bleiben und die erst junge Republik Algerien musste sich erst mal selbst finden. Die sowjetische Politik drohte in der arabischen Welt zu scheitern, aber die Kritik der demokratischen Welt gegenüber den USA blieb wegen dem Vietnamkrieg heftig. Die muslimischen Länder gingen verstärkt dazu über einen eigenen Weg zu finden. Der sowjetische Sozialismus mischte sich zu stark in islamische Glaubenstraditionen ein (Frauengleichberechtigung) und der USA Imperialismus stützte die Herrschaftskasten, die das Volk rechtlos an der Armutsgrenze hielten. Letztendlich war die USA jene Macht, die Israel schützte und den Palästinensern ihr Recht auf eine Heimat nahm. Verhandlungen über einen Staat Palästina hatten daher immer einen verlogenen Beigeschmack. 

Lateinamerika:
Das sozialistische Kuba wurde von den USA als existenzielle Gefahr angesehen. Damit sich der sozialistische Virus nicht verbreiten konnte, nahm die USA Einfluss auf die lateinamerikanischen Regime. Über die CIA wurden die Staaten Mittel- und Südamerikas für den Kampf gegen die Kommunisten instruiert. Der US-Geheimdienst Central Intelligence Agency (offiziell Nachrichtendienst) förderte hierzu Diktatoren oder Militärjuntas, die ein stabiles Regierungssystem garantierten. Im Gegenzug sicherte die USA wirtschaftliche und militärische Hilfe den Gewaltherrschern zu. Die CIA unterstützte somit das brutale Vorgehen gegen oppositionelle (meist kommunistische) Kräfte, aber anderseits forderte die USA-Regierung die Diktatoren scheinheilig zu mehr Demokratie auf. Es galt innenpolitisch den Kommunisten den Nährboden zu entziehen und demzufolge sollte eine soziale Befriedung der Bevölkerung erreicht und Not und Elend gelindert werden.
Mit einer Fehleinschätzung wollte der gebürtige Argentinier Ernesto „Che“ Guevara, die sozialistische Revolution auf das amerikanische Festland bringen, nachdem er sich mit Fidel Castro überworfen hatte. Für Fidel Castro waren Che Guevara Ansichten zu extrem und gefährdeten den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft auf Kuba. Che Guevara suchte sich mit seinen Mitstreitern Bolivien aus, wo zuvor ein Bergarbeiterstreik niedergeschlagen wurde. Er hoffte auf deren Kampfbereitschaft und die KP Boliviens.
Dem Präsidenten General René Barrientos Ortuno war es aber inzwischen gelungen stabile Strukturen in Bolivien aufzubauen. Somit war kaum jemand für einen revolutionären Kampf bereit. Die etwa 45 Kämpfer wurden schnell aufgerieben, bis auch die letzten 14 in einen Hinterhalt gerieten. General Ortuno ließ Che Guevara ohne Gerichtsverfahren am 9. Oktober 1967 hinrichten. Nach seinem Tod verehrte ihn die Jugend der Welt umso mehr, und überzogene Geschichten von seinem Heldenmut machten die Runde. Für den eigentlichen Tod von Che Guevara, wurde von der Weltjugend die USA-Regierung gemacht. Als Handlanger der US-Politik war die CIA weltweit aktiv. Somit sprach vieles dafür, dass CIA Agenten Che Guevara ausspioniert hatten, um in eine Falle zu locken. Die  CIA wurde einmal mehr ihrem Ansehen als skrupelloser Agentenring gerecht. Die US-Politik in Lateinamerika wurde international sehr stark kritisiert, da sie diktatorische Regime unterstützten und somit mitschuldig an den vielen Gräueltaten in Amerika waren.

Biafrakrieg
Vom 6. Juli 1967 bis 15. Januar 1970 tobte in der nigerianischen Provinz Biafra ein langer und blutiger Bürgerkrieg, mit großem Leid für die Zivilbevölkerung. In der erdölreichen Provinz fühlte sich das christliche Igbo-Volk gegenüber dem Norden Nigerias benachteiligt. Bereits 1966 putschten daraufhin Igbo-Offiziere, dem ein Gegenputsch folgte und in einem Pogrom mündete, bei dem zehntausende Igbos ermordet wurden.
Der schwelende Konflikt führte dazu, dass am 30. 05.1967 Biafra seine Unabhängigkeit verkündete und damit den Bürgerkrieg auslöste. Am 06. Juli begannen ersten Kampfhandlungen. Trotz erbittertem Widerstand waren die Rebellen Biafras der nigerianischen Armee völlig unterlegen. Hinzu kam, dass Nigeria unter anderem, von Großbritannien und der UdSSR unterstützt wurde. Aber auch Biafra bekam Unterstützung, vor allem von anderen afrikanischen Staaten, sowie Frankreich und Portugal, die den Krieg in die Länge zogen.
Am 18. Mai verlor Biafra die wichtige Hafenstadt Port Harcourt, wodurch die Hilfe für die notleidende Bevölkerung kaum noch möglich war. Nigeria selbst, weigerte sich dem Volk der Igbo zu helfen und forderte die Rebellen auf zu kapitulieren. Die Hungerblockade wurde weltweit von den Medien als Völkermord bezeichnet. Allerdings gab es auch die Ansicht, dass Biafra zu Propagandazwecken das Leid der Menschen bewusst übertrieb. Wie dem auch sei, Bilder von hungernde Kinder und zahlreichen Hungertoten gingen um die Welt. Immer wieder wurde von Gräueltaten des nigerianischen Militärs berichtet. Militärisch verlegten sich die Rebellen Biafras auf den Guerilla-Kampf, dass im Herbst 1968 zu einer Pattsituation führte. Durch die wirtschaftlichen Interessen (Erdölvorkommen), der ausländischen Verbündeten zogen sich die Kämpfe bis zum 15. Januar 1970 hin, ehe die Rebellen Biafras kapitulierten.
Nach heutigen Schätzungen gab es etwa 2,5 Millionen Tote, davon 200.000 Soldaten von Nigeria und 1 Million Rebellen, wovon etwa die Hälfte massakriert wurde. Die Soldaten (beider Seiten) metzelten etwa eine halbe Million Menschen nieder und fast eine Million Menschen starben den Hungertod oder an deren Folgen (Krankheiten). Neben diesem Drama war die Infrastruktur über Jahre zerstört und das restliche Volk der Igbo lebte beinahe rechtlos in Nigeria. Bis zum heutigen Tag ist die Provinz ein Unruheherd und wird von Gewalt überschattet.

4. Studentenunruhen

Die 68er Studentenbewegung hatte eine weltweite Dimension und wurde in ihren Anfängen durch die USA Bürgerrechtsbewegung inspiriert. Bereits 1963 scharte der farbige Baptisten-pastor Dr. Martin Luther King die Afroamerikaner um sich und ließ sie nach Washington marschieren, um die vollständigen Bürgerrechte einzuklagen. Während der Kundgebung sprach er die legendären Worte „I Have A Dream“ und meinte seinen Traum, das Schwarz und Weiß, wie Brüder in diesem Land leben könnten. Unter Kennedys Nachfolger Johnson wurde zwar 1964 das Bürgerrechtsgesetz verabschiedet und machte der Rassentrennung offiziell ein Ende, aber rassistisches Unrecht diktierte weiter den Alltag. 
Zu den ersten Studentenunruhen kam es 1964 an der University of California in Berkeley. Studenten wollten den hierarchischen Kurs der Universitätsleitung nicht länger hinnehmen. Die Studenten besetzten die Universität forderten mehr Meinungsfreiheit sowie das Recht der freie Rede und Forschung. Die Polizei räumte das Gebäude und verhaftete die Besetzer. Daraufhin folgte eine Großdemonstration, der sich auch 800 Professoren anschlossen und die Freilassung der Inhaftierten verlangte. Der Universitätspräsident sah sich gezwungen auf die Forderungen der Studenten einzugehen. Ermutigt davon, stellten Studenten im ganzen Land ihre unterschiedlichen Forderungen, die in eine Universitätsbesetzung mündeten.
Die Farbigen waren inzwischen aufgebracht, da die Umsetzung des Bürgerrechtsgesetzes nur formelle auf dem Papier existierte, aber der Rassismus im Alltag weiterhin präsent war. Nach zahlreichen Übergriffen der Polizei auf Bürgerrechtler und Demonstranten bildete sich unter den Schwarzen eine radikale Gegenbewegung zum friedlichen Protest von Martin Luther King. Malcolm X prägte den Begriff von Black Power, worauf sich die Black Panther bildeten und zum sozialistischen Widerstand aufriefen. In den Gettos der Großstädte entzündeten sich Unruhen und erste Übergriffe auf die weiße Bevölkerung folgten. Dr. Martin Luther King bemühte sich um den Dialog mit Malcolm X, aber sie blieben auf getrennten Wegen. Für den Staat entstand 1967 eine heikle Situation. Den Demonstrationen der Schwarzen gegen den Vietnamkrieg schlossen sich zunehmend weiße Studenten an. Im gemeinsamen Protest wurden die Rassenschranken beseitigt, sozialistische Parolen gebrüllt und für die Studenten waren die aktuellen Freiheitskämpfer Che Guevara und Ho Chi Minh die neuen Idole.
Am 4. April 1968 wurde Dr. Martin Luther King ermordet und der Zorn darüber löste starke Rassenunruhen in den USA aus. Es gab zahlreiche Verletzte bei den Auseinandersetzungen. Auf die bürgerkriegsähnliche Situation reagierte der Staat deeskalierend und versprach die Anerkennung der völligen Bürgerrechte der Farbigen. Die Unruhen ebbten ab, aber Schwarze reagierten nun empfindlich bei Ungleichbehandlungen oder rassistisch motiviertem Handeln der Polizei. Die Studentenproteste zeigten sich teilweise solidarisch mit der Bürgerrechts-bewegung der Schwarzen und thematisierten insbesondere den Vietnamkrieg.
Trauriger Höhepunkt der Studentenproteste, wurden die Ereignisse in Ohio, an der Kent State University (04. Mai 1970). Nachdem sich der Studentenprotest gegen den Vietnamkrieg mit Tränengas nicht auflösen ließ, eröffnete die Nationalgarde das Feuer. Vier Studenten starben und neun wurden erheblich verletzt. Wenige Tage später schrieb Neil Young den anklagenden Song „Ohio“, den er zunächst nur auf Konzerten singen konnte, da die Plattenfirma eine Aufnahme verweigerte. Aber „Ohio“ wurde dennoch zu Protestlied der Studenten.

1968 war das Jahr der Studentenproteste in Mexiko, Frankreich und Deutschland.

Mit beispielloser Brutalität ging man in Mexiko gegen die Studenten vor. Schätzungsweise über 500 Studenten starben beim Massaker in Tlatelolco. Über die Vorgänge am 2. Oktober 1968 hält sich bis heute die mexikanische Regierung bedeckt und behauptete, dass nur 37 Jugendliche getötet wurden. Nachforschungen haben aber den Tod von bisher 337 Studenten nachgewiesen. Anlass für das brutale Vorgehen der Regierung waren die bevorstehenden Olympischen Spiele, in zehn Tagen. Das Regime wollte sicherstellen, dass es zu keinen Störungen durch Studenten kam und entschloss sich daher die Armee kompromisslos durchgreifen zulassen und schossen den Studentenprotest nieder.

Zu bürgerkriegsähnliche Zuständen kam es in Frankreich. Alles begann mit der Schließung der philosophischen Fakultät in Paris. Im Mai 1968 entzündete sich daraufhin ein Studenten-protest. Die Studenten forderten unter anderem verbesserte Studienbedingungen und eine Demokratisierung der Gesellschaft. Angeregt vom Protest riefen auch die Gewerkschaften zum Protest auf. Wegen der wirtschaftliche Talfahrt, die eskalierende Arbeitslosigkeit und den miserablen sozialen Verhältnissen schlossen sich die Arbeiter den Jugendprotesten an. Da die medial angepriesene Wohlstandsgesellschaft im klaren Missverhältnis zur Realität  stand, gesellten sich aufgebrachte Bürger zur  Studentenrevolte.
Die Situation eskalierte, als die Polizei eine Massen-demonstration brutal auseinander knüppelt. Daraufhin breiteten sich nun massive Unruhen in ganz Frankreich aus und in den Straßen von Paris wurden Barrikaden errichtet. Dem Premierminister George Pompidou gelang es die Massen zu beruhigen, zog die Polizei ab, ließ die Verhafteten frei und versprach umfangreiche Reformen. Die Proteste versandeten mit den Versprechungen, aber eine schwelende Spannung blieb bestehen, bis Charles de Gaulle als Staatspräsident zurücktrat. Am 27. 04. 1969. wurde George Pompidou neues Staatsoberhaupt.

Von den Ereignissen in der Tschechoslowakei war die Sowjetunion zunächst irritiert. Dort nutzte Staatschef Alexander Dubcek die Zeichen der Zeit für Reformen zu einem demokratischen Sozialismus (Prager Frühling). Eckpfeiler der Reformen waren die Meinungsfreiheit und Pressefreiheit. Ungehalten darüber forderte der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew die Prager Regierung zum Kurswechsel auf. Zudem reagieren die anderen sozialistischen Staaten empört, da sie ein Übergreifen der Reformbewegung befürchteten und drängten auf eine militärische Lösung. Dubcek rechtfertigte seinen Kurs, worauf Truppenverbände aus Polen, Ungarn, Bulgarien und der UdSSR am 20. August 1968 einmarschierten. NVA Truppen standen zwar an der Grenze bereit, aber es sollte keine deutschen Truppen eine Eskalation zusätzlich anheizen. Protestkundgebungen wurden gewaltsam aufgelöst, wobei das Militär zur Zurückhaltung verpflichtet war. Staatschef Dubcek wurde verhaftet und nach Moskau gebracht. Zuvor wies er das tschechische Militär keine Kampfmaßnahmen durchzu-führen, da der ungleiche Kampf nur sinnlose Opfer bringen würde. Dennoch bei wütenden Ausschreitungen starben dennoch 98 Tschechoslowaken und 50 Soldaten des Warschauer Paktes. Nachdem Dubcek aus Moskau zurückkam, wiederrief er auf Geheiß Moskaus die Reformen, womit der Prager Frühling endete. Dubcek blieb bis zum 17. 04. 1969 Parteichef, um die Bevölkerung zu beruhigen. Mit Gustav Husak folgte eine moskautreue Marionette, der die KSČ von Dubcek-Anhängern reinigte (Parteiausschluss).

In Deutschland kritisierten die Studenten die schwammige Haltung der Bundesregierung zum Vietnamkrieg. Verärgert nahmen die Studenten die Nazivergangenheit des Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesinger (1966-1969) zur Kenntnis und erregten sich über Einzug der NPD in die Landtage von Hessen und Bayern. Als dann die Bundesregierung, am 02. 06. 1967, den Schah von Persien zu einem offiziellen Staatsbesuch eingeladen hatte, entlud sich der angestaute Zorn der Studenten. Eine aufgebrachte Jugend formierte sich zur Demonstration gegen den iranischen Tyrannen, der in seiner Heimat die Menschenrechte mit Füßen trat.
Die Proteste eskalierten, da sich persische Sicherheitskräfte auf ein Handgemenge mit den Studenten einließen. Die Polizei wollte daraufhin mit Warnschüssen für Ruhe sorgen, aber dabei wurde der Studenten Benno Ohnesorg tödlich getroffen. Jenen Vorfall nahmen die Studenten zum Anlass und Protestdemonstrationen in vielen Großstädten der BRD setzten ein. Am 3. April 1968 verübten radikale Studenten Brandan-schläge auf zwei Frankfurter Kaufhäuser. Die jugendlichen Protestbewegungen entwickelten sich zunehmend zu Straßenschlachten mit der Polizei. Als geistiger Führer der Studenten-demonstrationen tat sich Rudi Dutschke hervor. Nach einem Mordanschlag gegen ihn (am 11. 04. 1968) verschärfte sich der Protest. Die Springer Presse schrieb zuvor den Artikel „Stoppt den Roten Rudi!“, worauf eine aufgebrachte Jugend der Presse die Schuld am Attentat gab, zumal der Attentäter jene Zeitung bei sich trug. Rudi Dutschke überlebte den Anschlag mit einer schweren Hirnverletzung, an der er 1979 starb.
Die Studenten organisierten sich in der AStA und formulierten ihre Forderungen. Zudem gründete die revolutionäre Jugend die APO, um Grundsatzlinien festzulegen und um weitere Aktionen zu planen. Die APO verlor sich dabei in endlosen Diskussionen, ohne eine wirkliche Linie zu finden. Außerdem waren einige Forderungen weltfremd und überzogen. Am 30. Mai 1968 verabschiedete die Bundesregierung die Notstandsgesetze, die auch den  Einsatz des Militärs genehmigten, für den Erhalt der inneren Sicherheit. Inzwischen spaltete sich die Jugend und die Protestaktionen nahmen ab. Die einen diskutierten über die Zukunft, andere gingen in den Untergrund (RAF) und wieder andere provozierten lediglich gezielt die Gesellschaft (Kommune 1). Zudem stießen die Proteste auf eine breite Ablehnung bei der Mehrheit der Elterngeneration. Sie verurteilte die Studenten wegen ihrer kommunistischen Parolen und der sinnlosen Gewalt. Die Allgemeinheit fürchtete sogar den Verlust des derzeitigen Wohlstandes und beschimpften die Demonstranten als kriminelle Chaoten.
1969 standen Neuwahlen bevor und Willy Brandt (SPD), kündigte umfangreiche Reformen an. In einer abwartenden Haltung kam es nur noch zu sporadischen Aktionen. Mit der Wahl von Willy Brandt zum Bundeskanzler endeten die Studentenunruhen und ebenso löste sich die APO auf. Dementgegen formierte sich ein radikaler Kern und wollte mit Terroraktionen den gesellschaftlichen Wandel erzwingen. Die Rote Armee Fraktion (RAF) entstand und sollte in den 70er Jahren eine Blutspur durchs Land ziehen.