4.1. Soul, Folk, Beat

Sound: Soul, Folk und Beat

1. Soul
2. Folk und Protestsong
3. Beat ( Anfänge und Entwicklung)
4. Ausgesuchte Liedtexte
    deutsche Texte zu "Blowin in the Wind", "My Generation", "Eve of Destruction"

1. SoulBrown

Soulmusik bezeichnet eine Hauptströmung der afroamerikanischen Unterhaltungsmusik. Sie entwickelte sich Ende der 1950er Jahre aus dem Rhythm and Blues und dem Gospel.
In den 1960er Jahren war Soul das Synonym für schwarze PopmusikDie Geschichte dieser Stilrichtung steht im engen Zusammenhang mit dem Kampf der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung gegen Rassentrennung und für die völlige Gleichberechtigung der afroamerikanischen Bevölkerung. Im Soul dominiert eine stark emotionale Darbietung von Vokal- und Instrumentalsoli („heart and soul“ = mit ganzer Seele), einer Betonung des Gesangsparts und mit starken Kontrasten zwischen Gesang und Instrumentierung. Je nach der vorherrschenden Emotion werden Soulkompositionen charakterisiert und unterschieden.
Die Bandbreite der Musik umfasst langsame Ballade, wie „When A Man Loves A Woman“ von Percy Sledge oder das schnelle anheizende Stück „Respect“ von Aretha Franklin.

Erste Soul-Ausläufer bildeten sich Mitte der 40er Jahre heraus, wo Elemente des SwingBebop, Gospel und Blues verarbeitet wurden. Bluesinterpreten, wie John Lee Hooker und Muddy Waters, sowie Jazzmusiker, wie Ella Fitzgerald und Lionel Hampton, entwickelten den Stil weiter und schufen damit gleichzeitig eine Grundlage für die Entwicklung des Rhythm ’n’ Blues. Mitte der Fünfziger entstanden dazu unterschiedliche Tendenzen in der Musik, die zur Basis des Soul wurden. Sam Cooke, Ray Charles und James Brown werden allgemein als die Pioniere des Soul betrachtet. Insbesondere gilt Ray Charles als wesentlicher Auslöser durch seinem Klassiker „What’d I Say“ (1959). Dennoch waren Elemente des Soul auch bei den Drifters und den Platters zu finden. Gospel-Soul Elemente besaßen ebenfalls einige Titel der Jazzsängerin Ella Fitzgerald und dem Rock’n’Roll Star Fats Domino.Nachdem die Weißen den Rhythm’n’ Blues, als Rock’n Roll, für sich vereinnahmten trat die Spielart Soul seinen Siegeszug bei den Schwarzen an. Es war eine revolutionäre Epoche angebrochen, die dringend eine musikalische Identität suchte, um sich abzuheben. Der internationale Stellenwert der USA machte ein Umdenken in der Rassentrennung nötig. Rein rechtlich wurden nun Praktiken der Rassentrennung von obersten Gerichten der USA verboten, aber leider sah die Praxis in der Realität anders aus. Selbst als das Gesetz gegen die Rassentrennung ratifiziert wurde, stießen die Afroamerikaner auf energischen Widerstand der Rassisten. Trotz zahlreicher Übergriffe klagten die Schwarzen selbstbewusst ihre Rechte ein und vertrauten besonders auf Gottes Hilfe. Anzumerken wäre, dass aufgrund ihrer Geschichte als Sklaven in den USA, der christliche Glaube bei den Schwarzen eine wesentliche Rolle spielte. Sie begriffen sich von Gott angenommen und feierten jenes Verständnis in munteren enthusiastischen Gottesdiensten, trotz erheblicher rassistischen Anfeindungen.
Soul verstand sich daher als neuer Zeitgeistes (Black Power), mit einem starken Selbstwertgefühls („Black Is Beautiful“) und einer unbändigen Willenskraft. Sie ließen sich nicht mehr einschüchtern und fühlten sich in jeglicher Hinsicht Gleichwertigkeit vor Gott. Musikalisch wurden typische Gospel-Elemente kombiniert, wie das Shouting (schreiender Kehlgesang als Gefühlsintensität des Vortrags), dem Call and Response-Prinzip (eine Art fragende R

ufe, die Antworten erwarten) als basierende Songstruktur, sowie den Takt unter-streichendes, rhythmisches Händeklatschen und der Bandstruktur des Rhythm’ n’ Blues. Stilistisch markierte der Soul einen deutlichen Bruch mit dem schnellen und rhythmusbetonten Rhythm’ n’Blues, der im Wesentlichen ohne Tiefgang und nur Unterhaltungsmusik war. 
Im Soul flossen neben der Gospel-Tradition auch die Spirituals ein. Die Musik markierte ein Wertgefühl, das sich ebenso äußerlich in ihrer Mode und Eleganz niederschlug. Zugleich wurde auf der Beziehungsebene das Verhältnis zwischen Mann und Frau neu definiert. Besonders die Begriffe Verantwortung und Zuneigung wurden thematisiert und über die Musik der afroamerikanische Weg der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau aufgezeigt. Interpreten brachten dazu gesanglich tiefe innere Gefühle zum Ausdruck und trugen dazu bei, sich untereinander besser zu verstehen. Sie brachen aus dem hierarchischen Rollenbild heraus, einer vorgelebten spießigen US Gesellschaft und begannen eigene Lebens-modelle zu erproben, im gegenseitigen Miteinander.
Gesellschaftspolitisch wurde der Sound zur Grundlage eines kämpferischen Selbstbewusstseins und forderten vehement die völligen Bürgerrechte. Der Pastor Martin Luther King war ihr geistiger Führer und Songs wie, „Say It Loud – I’m Black And I’m Proud“ (James Brown - 1968), sowie „Respect“ (Aretha Franklin - 1967) wurden zu Schlüsselsongs der Bewegung.

Die Zwei Hauptstränge der Soulmusik

Northern Soul oder auch Motown Soul (Detroiter Label):

1959 von Berry Gordy gegründet, mit dem Produzententeam Brian Holland, Lamont Dozier, Eddie Holland und gelegentlich Smokey Robinson (sein Solohit: „The Tears Of A Clown“-1970). Motown Soul war großstädtisch, perfekt durcharrangiert und auf die Hörgewohnheiten der Weißen zugeschnitten. So schaffte es ab 1966, 75% aller Singles, in die US Top 100. Motown wurde zum größten Medienunternehmen in Farbiger Hand.
Stars dieser Szene: Temptations ; Sam Cooke ; Martha Reeves & the Vandellas ; Gladys Knight & the Pipsdie ; Marvelettes ; Four Tops ; Smokey Robinson ; Jackson Five ; Kim Weston ; Mary Wells ; Marvin Gaye ;; Edwin Starr ; Stevie Wonder und den Superstars, die Supremes (Diana Ross, Mary Wilson, Florence Ballard ).

Southern Soul = Uptown Soul:

1. Atlantic Records wurde 1947 vom Sohn des Türkischen Botschafters Ahmet Ertegün gegründet. Jerry Wexler als Firmenpräsident gab aber erst Atlantic sein Gesicht. Sie produzierten zeitgenössischen Rhythm’n’Blues und traditionellen Blues, Jazz und Pop. Wegbereiter des ursprünglichen Souls waren LaVern Baker, Ruth Brown, Clyde McPhatter und Ray Charles. Solomon Burke wurde mit den Hits „Everybody  Needs Somebody To Love“ und „Just Out Of Reach“ kurzzeitig zum King of Rock’n’Soul, bis James Brown kam. Wilson Pickett („In The Midnight Hour“, „Land Of The 1000 Dances“) und vor allem Aretha Franklin, waren die großen Stars von Atlantic. Zu nennen währen da noch Dionne Warwick und Bobby Darin.

2. Stax Label (Memphis): Weiße Firmenchefs engagierten sich für den Soul, obwohl sie selbst aus der Countrymusik kamen. Jim Stewart gründete das Stax Label 1958 mit der Studioband Booker T. & the MG's (2 farbige und 2 weiße Musiker). Kreativer Mittelpunkt war der Songschreiber und Produzent Isaac Hayes, sowie der Sänger Otis Redding, mit Hits wie „I’ve Been Loving You Too Young“ (1965) und „Sittin’ On The Dock Of The Bay“ (1967).
Weitere Stars der Szene waren: Joe Tex, Rufus Thomas und Carla Thomas, das Duo Sam & Dave, Eddie Floyd sowie die Staple Singers.
Typisch für den Stax-Sound war der orgelähnliche Einsatz der Bläser. Der Gesang hielt sich im Wesentlichen im Rahmen der Gospeltradition; auf nachträgliches Abmischen wurde meist ganz verzichtet. Inspirierend wirkte die entspannt-kreative Atmosphäre der Stax-Studios in den Sechzigern, auch auf einige Interpreten des sogenannten Blue Eyed Soul: Die hier aufgenommenen Platten von Elvis Presley, Neil Diamond und Dusty Springfield werden von Musikkritikern immer wieder als herausragende Meilensteine der jeweiligen Künstler aufgeführt.

3. Muscle Shoals-Studios (Alabama):  Wurde von Rick Hall gegründet. Wilson Pickett begann hier seine Karriere bevor er zu Atlantic ging, und der Welthit „When A Man Loves A Woman“ von Percy Sledge wurde hier geschrieben. 
Zu den bedeutendsten Künstlern der Muscle Shoals gehören Tommy Roe und Ray Stevens.

Angemerkt:
Erwähnt sei noch das Label Goldwax, dessen Star James Carr es in die US Top 100 schaffte. Insgesamt war der Southern Soul urwüchsiger, aggressiver und ländlicher als der ausgefeilte Sound des Nordens. Kritiker werten diese Musik als den wahren Soul.

Weitere Einflüsse und das Ende der Soulmusik

Eine Besonderheit ist der exentrische und progressive James Brown, der bereits 1956 mit „Please, Please, Please“ den Soul-Boom mit auslöste und sich keinem der erwähnten Label anschloss. 1968 sang er die bekennende Hymne „Say It Loud - I’m Black And I’m Proud“ und wurde zum Idol der afroamerikanischen Musikszene. Wichtige Zentren des Souls waren Chikago, als die Hauptstadt des Blues und New Orleans, als die Jazzmetropole.
Curtis Mayfield aus Chikago schrieb mit „Keep On Pushing“ und 
„We’re A Winner“ weitere Hymnen der Bürgerrechtsbewegung. Weiterhin belebten die Musikszene Al Green, der aus Arkansas kam, Patti LaBelle („Lady Marmalade“) aus Pennsylvania und New Orleans brachte Soulgrößen wie Irma Thomas, den Pointer SistersLee Dorsey („Working in the Coal Mine“) und Neville Brothers hervor.
Mit dem Mord an Martin Luther King und den sich anschließenden wütenden Rassenunruhen geriet der Soul als Motivator ins Abseits. Die Aufbruchsstimmung verflüchtigte sich und nur Wut und Enttäuschung blieben und mündeten in Resignation. Frustriert schien musikalisch der Soultraum ausgeträumt zu sein und die Schwarzen befürchteten, dass die Rassisten das Rad der Geschichte zurückdrehen könnten. Aber speziell bei der Jugend hatte sich ein neuer Zeitgeist etabliert. Die Hippiebewegung und der Studentenprotest forderten nachhaltig gesellschaftliche Veränderungen. Schwarze und Weiße forderten ein Ende des Vietnamkrieges und auch die Bürgerrechte für alle Menschen in den USA, egal welche Hautfarbe. Die afroamerikanischen Sportler Tommie Smith und John Carlos streckten bei der Siegerehrung der Olympiade in Mexiko ihre geballte Faust der USA-Nationalhymne entgegen und die Boxerlegende Cassius Clay (Mohammad Ali) verweigerte seinen Kriegsdienst in Vietnam. Die Sportler und Jugendlichen ächteten den Rassismus und der Mord an Martin Luther King und all die weiteren Übergriffe auf Afroamerikaner stärkten die Front gegen die Rassisten. Bei einem Großteil der amerikanischen Jugend spielte die Hautfarbe kaum noch eine Rolle, vereint waren sie angetreten die konservative Gesellschaft zu reformieren. Angesichts der Unruhen sah sich US-Regierung gezwungen den Aufruhr durch Zugeständnisse zu beschwichtigen.
In Anbetracht der Entwicklung wollte engagierte Musiker nicht im Abseits stehen und zeigten ihren Protest. Zahlreiche Künstler kündigten ihren kommerziellen Labels, wie Gladys Knightdie Jackson Five und die Four Tops. Sie wollten nicht weiter mit ihrer Soulmusik die weiße konservative Gesellschaft unterhalten, die ihnen ansonsten die Bürgerrechte verwehrten. Trotzig sollte Soul die Musik der Schwarzen bleiben. In den Wirren der Zeit änderte sich der Stil in aggressiv, wehklagend, zynisch oder flüchteten in Traumwelten der Liebe oder klagten zu Gott. Die Jugendbewegungen erreichten ein gesellschaftliches Umdenken und rassistische Denkweisen wurden zunehmend geächtet. Die Musik der Afroamerikaner bekam dadurch einen anderen Stellenwert. Sie wurden endlich als gleichwertige US-Bürger anerkannt und mussten nur noch ihren Platz in der Gesellschaft finden und gegen noch bestehende Benachteiligungen ankämpfen. Leider torpedierten Rassisten immer wieder die positive Entwicklung, sodass es bis heute (2020) immer wieder rassistische Tendenzen gab.
Ende der 60er Jahre bildete sich musikalisch der Undergroundsoul heraus, aus deren Musik andere Musiker schöpften und speziell im Psychedelic-Sound verarbeitet wurden. Übrigens, trug das Woodstock-Festival wesentlich zur mentalen Erneuerung bei. Leider förderte das neue Selbstbewusstsein auch den Drogenkonsum. Der Psychedelic Soul mündete später in den Funk- und Phillysound. Bis 1972 bereicherten Soul-Übergangsformen die Musiklandschaft und machten Künstler, wie Stevie Wonder, Marvin Gaye und The Temptation populär. Zu absoluten Superstars in den USA wurden die Jackson Five und der King of Soul James Brown, sowie die Soulqueen Aretha Franklin.     

Weitere Einflüsse und das Ende der Soulmusik

Eine Besonderheit ist der exentrische und progressive James Brown (Bild), der bereits 1956 mit „Please, Please, Please“ den Soul-Boom mit auslöste und sich keinem der erwähnten Label anschloss. 1968 sang er die bekennende Hymne „Say It Loud - I’m Black And I’m Proud“ und wurde zum Idol der afroamerikanischen Musikszene.
Wichtige Zentren des Souls waren Chikago, als die Hauptstadt des Blues und New Orleans, als die Jazzmetropole. Curtis Mayfield aus Chikago schrieb mit „Keep On Pushing“ und „We’re A Winner“ weitere Hymnen der Bürgerrechtsbewegung. Weiterhin belebten die Musikszene Al Green, der aus Arkansas kam, Patti LaBelle („Lady Marmalade“) aus Pennsylvania und New Orleans brachte Soulgrößen wie Irma Thomas, den Pointer Sisters, Lee Dorsey („Working in the Coal Mine“) und Neville Brothers hervor.

Mit dem Mord an Martin Luther King und den sich anschließenden wütenden Rassenunruhen, geriet der Soul als Motivator ins Abseits. Die Aufbruchsstimmung verflüchtigte sich und nur Wut und Enttäuschung blieben und mündeten in Resignation. Frustriert schien musikalisch der Soultraum ausgeträumt zu sein und befürchteten, dass die Rassisten das Rad der Geschichte zurückdrehen könnten. Aber speziell bei der Jugend hatte sich ein neuer Zeitgeist etabliert. Die Hippiebewegung und der Studentenprotest forderten nachhaltig gesellschaftliche Veränderungen. Gemeinsam forderten sie ein Ende des Vietnamkrieges und auch die Bürgerrechte für alle Menschen mit unterschiedlicher Hautfarbe wurde thematisiert.
Die afroamerikanischen Sportler Tommie Smith und John Carlos wagten es demonstrativ und  streckten bei der Siegerehrung bei der Olympiade in Mexiko ihre geballte Faust der USA-Nationalhymne entgegen. Und die Boxerlegende Cassius Clay (Mohammad Ali) verweigerte seinen Kriegsdienst in Vietnam, dass hohe Wellen in den USA schlug. Die Sportler und die Jugendlichen ächteten den Rassismus und der Mord an Martin Luther King und all die zahlreichen Übergriffe auf Afroamerikaner stärkten die Front gegen die Rassisten. Bei einem Großteil der amerikanischen Jugend spielte die Hautfarbe kaum noch eine Rolle, vereint waren sie angetreten die konservative Gesellschaft zu reformieren. Angesichts der Unruhen sah sich die US-Regierung gezwungen den Aufruhr durch Zugeständnisse zu beschwichtigen.
Aber auch die erfolgreichen Musiker, die ganz oben in den Charts standen, ließen sich nicht mehr einseifen und zeigten ihren Protest. Solange ihnen die Bürgerrechte verwehrt wurden, wollten sie auch nicht mehr, die weiße konservative Gesellschaft unterhalten, sondern Musik nur noch für ihre schwarzen Brüder machen. Zahlreiche Künstler kündigten ihren kommerziellen Labels, wie Gladys Knight, die Jackson Five und die Four Tops.
Trotzig sollte Soul die Musik der Schwarzen bleiben. In den Wirren der Zeit änderte sich der Stil in aggressiv, wehklagend, zynisch oder flüchteten in Traumwelten der Liebe oder klagten zu Gott. Die Jugendbewegungen erreichten ein gesellschaftliches Umdenken und rassistische Denkweisen wurden zunehmend geächtet. Die Musik der Afroamerikaner bekam dadurch einen anderen Stellenwert. Sie wurden per Gesetz endlich als gleichwertige US-Bürger anerkannt, aber mussten dennoch ihren Platz in der Gesellschaft erkämpfen. Im Alltag waren sie immer noch diversen Benachteiligungen ausgesetzt.
Der neue Undergroundsoul schöpfte aus anderen Musikarten und verarbeitete speziell den Psychedelic-Sound. Das Woodstock-Festival trug wesentlich zur mentalen Erneuerung bei. Leider förderte das neue Selbstbewusstsein auch den Drogenkonsum. Der Psychedelic Soul mündete später in den Funk- und Phillysound. Bis 1972 bereicherten Soul-Übergangsformen die Musiklandschaft und machten Künstler, wie Stevie Wonder, Marvin Gaye und The Temptation populär.
Zu absoluten Superstars in den USA wurden die Jackson Five und der King of Soul James Brown, sowie die Soulqueen Aretha Franklin.     

2. Folk und Protestsong

Folkmusik kristallisierte sich in den 60er Jahren als eigene Musikgattung heraus und deren Titel waren inhaltlich überwiegend Protestsongs. Der gesellschaftskritische Grundcharakter machte diese Musik bei der Jugend so populär. Mit dem Ende des Rock'n Rolls starb der Versuch einer neuen Lebensidee, die im Resultat unweigerlich nur das Elternhaus in einer anderen Form kopierte. Zudem versandete die Musik im geföhnten Sing-Sang, von Liebesschmerz und Partymucke. Immer wenn der Mainstream nichts mehr aussagt oder zu nicht mehr motiviert, dann finden sich Künstler, die mit einfachen Tönen ihre Gedanken äußern. Nicht zufällig erinnern sie sich an die Volkslieder, da sie zeitlos sind, eine Aussage vermitteln und es ließen sich vergessene aussagekräftige Lieder ausgraben.
Es ist die Faszination der Einfachheit und die einprägsame Melodie, deren Liedtexte sich in die Gehirnzellen einbrennen.
Mit dem Rock’n Roll Schlager erhöht sich demzufolge der Anteil von Countrysongs in den Charts. Eine steigende Mehrheit wollte Musik zum Zuhören oder Neues hören (Calypso-Sound). Inspiriert von der Einfachheit der Folklore (Volksmusik) komponierten Künstler eigene Lieder ohne in die Tanzmusik abzugleiten. Sie machten sich Gedanken über die Welt und ihre Musik war zum Zuhören gedacht. Sie sind Liedermacher, ob textlich engagiert, gefühlvoll, koket oder fröhlich. Der volkstümliche Stil der Lieder wurde in den 60er Jahren als Folksongs bezeichnet. Folksongs sind die amerikanische Variante zum französischen Chanson und doch unterscheiden sie sich in ihrer musikalischen Grundlage. Die Folksongs basieren auf eine irisch-britische Tradition und den angloamerikanischen Musikformen (Country, Swing, Blues). Das Chanson begründet sich mehr auf die klassischen Traditionen, speziell der französischen Operette, die natürlich von deren Volksmusik stark beeinflusst war. Einer der ersten Stars der Liedermacher war Woody Guthrie, der in den Zeiten der Wirtschafts-krise (30er Jahre) die Seele stärkte und sein „This Land Is Your Land“ sang, dass in den USA  ein Volkslied ist. In den 40er Jahren machte sich Peter Seeger einen Namen. Mit „Where Have All the Flowers gone“ („Sag mir, wo die Blumen sind“), sang er den ersten wirklichen Anti-kriegssong und dem folgte der Protestsong von streikenden Arbeitern „We Shall Overcome“ („Wir werden siegen/ überwinden“).
Mit den 60er Jahren rückten Liedermacher ins Interesse der Jugend, da die Sänger Missstände aufdeckten und kritisierten. Die US-Gesellschaft bot dazu eine reichhaltige Themenpalette an. Neben gravierenden politischen Themen, der farbigen Bürgerrechtsbewegung und dem späteren Vietnamkrieg, stand die statische Gesellschaft im Fokus. Familien-Hierarchie, konservatives Denken und veralterte Gesetze lähmten den modernen Zeitgeist. Zeitgleich lief das alte Europa den Amerikanern den Rang der modernen Fortschrittlichkeit ab. Jene veralteten Denkweise in den USA mündete bei der Jugend in Extreme.
Ein Resultat der bewegungslosen Gesellschaft war die Hippiebewegung. Musikalisch erreichte die US-Musik Europa nicht mehr und weltweit wurde das Land als Aggressor geächtet. Die moderne Folkmusik kritisierte schon im Vorfeld die Gesellschaft und ging in Protestsongs über, die spezifisch und deutlich Details des gesellschaftlichen Niedergangs anprangerten. Wegweisende Akzente setzten dabei Bob Dylon (Bild) und die Ikone des Protestsongs Joan Baez. Joan Baez war mehr eine progressive Sängerin und interpretierte alte Kampflieder („We Shall Over Come“). Bob Dylon war der Songwriter, deren Lieder besonders in Studentenkreisen beliebt waren und von verschiedenen Interpreten nachgesungen wurden. Das Lied „Blowin In The Win“ wurde eine Art Hymne der Folkbewegung und versteht sich als Antikriegssong. Das Trio Peter, Paul & Mary schaffte mit ihrer Coverversion dazu, den internationalen Durchbruch. In der Folgezeit widerfuhr der Folkszene ein großer Aufschwung. Die meisten Interpreten der Szene wurden über Protestsongs populär.
Barry Mc Guires thematisierte beispielsweise mit „Eve Of Destruktion“ den Vietnamkrieg. Weitere namhafte Folkmusiker waren Arlo Guthrie, Van Morrison, Phil Ochs und Neil Young, die zumindest mit gesellschaftskritischen Texten auffielen. Einer der bekanntesten Protestsongs wurde „We Shall Over Come“, der bereits in den 40er Jahren von streikenden Arbeitern gesungen wurde. Der Liedermacher Peter Seeger erweiterte den Song und Joan Baez interpretierte in den 60er Jahren das Kampflied eindrucksvoll. Mit dem Lied wurde zugleich die Solidarität mit der Bürgerrechtsbewegung bekundet und war die Hymne der Studentenbewegung. Auch in Deutschland wurden die Protest-Lieder gesungen und im Radio lieferten Schlagersänger deutschsprachige Versionen dazu.
„Die Antwort weiß ganz allein der Wind“, „Sag mir, wo die Blumen sind“ oder „Hundert Mann und ein Befehl“ sind progressive Lieder, die jedoch eine klare Anklage umgingen. Es wurden zwar deutliche Bilder erzeugt, aber nicht die USA direkt für den Vietnamkrieg angeklagt, zumal die Bundesregierung die USA Aggression billigte. 
Neben den Protestsongs widmete sich die eigentliche Folkszene den zwischenmenschlichen Gefühlen oder der Kritik an veralterten Anschauungen. Simon & Garfunkel, Donovan und später Cat Stevens kommerzialisierten unbeabsichtigt den Folkstil. Ein ungewöhnliches Folkquartett gründet sich 1968. David Crosby, (Byrds), Stephen Still (Buffalo Springfields) und Graham Nash (Hollies) gründeten zunächst ein Folktrio, bis sich Neil Young (Buffalo Springfield) 1969 anschloss und die Musik nachhaltig prägte. Crosbys – Still - Nash & Young begeisterten auf dem Woodstock Festival und gaben dem Folksong seine Ursprünglichkeit wieder. Neil Young startete nebenbei eine sehr erfolgreiche Solokarriere, doch bis in die 90er Jahre hinein traten Crosbys, Stil, Nash & Young immer mal wieder gemeinsam auf. Einer ihrer größten Hits war „Helpless“ (von Neil Young). Neil Young selbst klagte im Lied „Ohio“, die blinde Staats-Gewalt gegenüber den Studenten an.
Die meisten Stars der Folkszene der 60er Jahre kommen aus den USA, wie Arlo Guthrie, Bob Dylan, Gordon Lightfoot, Joan Baez, Pete Seeger, Peter Paul and Mary, Joni Mitchell, Simon & Garfunkel und der alte Hase des Folk Woody GuthrieDas alljährliche Newport Folk Festival (ab 1959) förderte nicht unerheblich die Popularität der Musik. Als Wegbereiter der Folkbewegung der 60er Jahre gilt Bob Dylan, der später Folk mit Rock kombinierte (Folkrock) und von den Fans zunächst ausgebuht wurde. Bob Dylon war in Europa beliebter als in den USA und hatte 6 Nr.1-Alben (bis 1970) in Großbritannien. Obwohl sich seine 8 LPs auch in den USA gut verkauften, schaffte er es vor 1970 nicht auf den 1. Platz. Und „Like A Rolling Stone“ (1966) war seine erfolgreichste Single.
Das Duo Simon & Garfunkel ist sicherlich ein Grenzfall und sind eher Lieder-Interpreten, ohne sich einer musikalisch Richtung zuzuordnen. Sie experimentierten gern mit anderen Soundarten und ließen sich dabei gern textlich inspirieren. Ein Glücksfall war für sie, die Musik zum Film „Reifeprüfung“ beizusteuern, was erheblich ihre Popularität erhöhte.
In Europa machten die Liedermacher Donevan (1965 -1969) und Cat Stevens (ab 1966) von sich Reden zu erwähnen und prägten den britischen modernen Folk.
In Deutschland wurde ein entstehen der Folkszene durch die erwähnten Schlager gebremst. Der Mehrheit der Bevölkerung war das progressiv genug. Um sich gegen den Schlager durchzusetzen, neigten einige Liedermacher zu einer derben und eindeutigen Sprache, die nicht jedem gefiel. Die Konzerte vom Provokateur Franz Joseph Degenhardt begeisterten beispielsweise nur eine studentische Minderheit. Anders dagegen Reinhard Mey, der sich zunächst als Chansonsänger begriff. Mit seinen eigenen Liedern belebt er nachhaltig eine Liedermacherszene, die sich zumindest an der amerikanischen Folkmusik orientierte. 
In der DDR kam der Kanadier Perry Friedmann und gründet 1966 den Hootenannyclub. Der Gesangsklub stand in der Tradition zum amerikanischen Protestsong und daher durfte auch in Englisch gesungen werden. Die Regierung der DDR sah jedoch die Gefahr, dass die Bewegung auch kritische Texte gegen den Sozialismus beinhalten könnte. Bisher gab das DDR-Regime jeden Interpreten gern eine Bühne, die deutliche Lieder gegen den Imperialismus sangen. Mikis Theodorakis, Mercedes Soza, Pete Seeger und Michelle Shocked waren daher beliebte Gäste. Doch Perry Friedman wollte bleiben und er hatte Ideen für eine engagierte sozialistische Musikszene. Dem Staat störte der englische Begriff Hootenanny, woraus der Oktoberklub wurde und zukünftig, sollte deutsch gesungen werden. Wohlwollend sahen die Funktionäre den Aufbau einer gesellschaftsbewussten Singebewegung. Lieder, wie „Sag mir wo du stehst“ oder „Mann und Frau, Frau und Mann“ begriffen sich schon als gesellschaftskritische Lieder, aber mehr im Sinne, die letzten schwarzen Schafe einzufangen. Perry Friedman rückte aber immer mehr ins Abseits und man ließ ihn mehr im Hintergrund agieren. 
In der BRD funktionierte eine Singebewegung überhaupt nicht. Die Jugend fühlte sich vom revolutionären Geist inzwischen genervt. Endlose Diskussionen, die zu nichts führten; RAF und Kommune 1; Emanzipationsbewegung und ständig gegen alles sein, erzeugten nur Frust. Das Leben genießen hieß die neue Botschaft für die 70er Jahre und auch den Liedermachern lief das Publikum davon. Die Szene reagierte mit Klamauk.
Blödelbarden wie Insterburg & Co, Schobert & Black und Wolfgang fanden mit grotesken Texten wieder ein begeistertes Publikum. Reinhard Mey, der sich am französischen Chanson, war der einzige, der erfolgreich der Liedermacherszene der BRD treu blieb. Seine Lieder zeichneten gekonnt das Leben und regten zum Nachdenken an. In Deutschland hatte sich das französische Chanson vor der Folkmusik etabliert. Interpreten, wie Jaques Brell, Sascha Distel und Charles Asnavour waren schon in den frühen 60er Jahren populär. Gegen Ende der 60er Jahre wurden Jean Claude Pascal, Gilbert Becaud und Mirelle Matheu Stars des Chansonschlagers. Die Plattenindustrie war deshalb an der Vermarktung von deutschen Liedermachern kaum interessiert (bis auf wenige Ausnahmen). Lediglich die Blödel Lieder versprachen einen lukrativen gewinn und wurden am Anfang der 70er Jahre vermarktet. Um in Deutschland Erfolg zu haben, musste es Reinhard Mey in die Chanson-Szene schaffen oder ebenfalls Blödel-Lieder singen (er machte letztendlich beides).
Der Begriff Folkmusik schloss, in der BRD, alle Liedermacher und auch die Blödelbarden mit ein, sowie Lieder mit einer volkstümlichen Sprache und/oder Instrumenten. So prägen die Lieder des Sängers Knut Kiesewetter die norddeutsche Folklore und das Duo Zupfgeigenhansel grub alte Volksweisen im neuen Stil wieder auf. Es gab jedoch eine klare Trennung zwischen Folkmusik und volkstümlicher Musik, um  Irrtümer zu vermeiden. Blasmusik, Seemannlieder oder bayrische Jodelgesänge zählten zur volkstümlichen Musik. Die Unterschiede können musikalisch nicht klar definiert werden und lassen sich nur über die Zuhörer einordnen. Lieder, die ein älteres Publikum (50+) begeistern, können als volkstümliche Musik bezeichnet werden und Songs, die mehr einem jungen Publikum (30-) gefallen zählt als Folkmusik. Letztendlich stand eine renommierte Liedermacher-Folkszene musikalisch im Abseits und auch Reinhard Mey wurde erst so richtig in den 70er Jahren bekannt.

3. Beat ( Anfänge und Entwicklung)

Anfänge:  (Mersey Beat bis 1965)

Definition: Beat (englisch= musikalisch im Sinne von gleichmäßigen Takt schlagen) ist eine Vermischung von Skifflemusik und Rock'n Roll Elementen, unter Einbeziehung der britischen, folkloristischen Tradition, wobei der Beat die traditionellen Züge stärker in den Vordergrund stellt. Durch eine neu entstandene, dumpfe Taktfolge taten sich neue textliche Möglichkeiten auf, keine Reimform mehr und ein Refrain war ebenfalls nicht nötig. Die Musik konnte im Erzählstil vorgetragen werden. Die wichtigsten Merkmale des Beats sind oft der zwei- oder dreistimmige Gruppengesang und zwei bis drei E-Gitarren (Lead-, Rhythmus-, Bassgitarre), Schlagzeug. Textlich ist ein zwei- bis dreiteilige Liedform üblich und musikalisch ein nicht swingender 4/4 Takt. 
Übrigens, der Bandname der Beatles leitet sich nicht vom Wort Beat ab, sondern vom Wort Beetle (Käfer oder auch Ungeziefer), inspiriert von einem Film mit einer Rockergang.

Ursprung:  Gegen Ende der 5O-iger Jahre gab es eine Reihe von unterschiedlichen Musikrichtungen, weil der Rock’n Roll zum Schlager mutierte. Die Jugend war auf der Suche nach einer eigenen Musik, mit der sie sich identifizieren konnten. Bisher war es stets die Musik der Afroamerikaner, die neue Akzente setzten, doch nun setzte sich in den USA der Soul durch. Jene Art von Musik stellte für die Europäer einen Bruch dar, war keine typische Fortsetzung der Rockmusik, sondern eine Rückkehr zum Jazz. Für die Jugendlichen in Europa wirkte Soul deshalb befremdlich und begannen mit dem Rocksound zu experimentieren.
Speziell in der britischen Hafenstadt Liverpool schufen junge Musiker auf der Basis des Rock and Rolls neuartige Stilarten. Da den jugendlichen Musikern das Geld für Instrumente fehlte, improvisierten sie und erzeugten mit verschiedenen Gegenständen die Skiffle-Musik. Textlich orientierten sie sich an der Folkszene und gesanglich am Blues. Der Mischmasch brachte eigentümliche Lieder hervor, die sich auch gern mal den britischen Shanties bedienten. Da die Skiffle-Musik mit einfachsten Mitteln nachspielbar war (Waschbrettmusik), boomte die Szene. Die erfolgreichsten Lieder waren von einem schnellen Rhythmus geprägt und ähnelten textlich dem Blues. Ständig wiederholende Texte, in Form von Sinnsprüchen waren typisch oder Textzeilen aus britischen Volksliedern erhielten durch die Spielart eine zeitbezogene Aussage. Die Skifflemusik entstand nicht zufällig in Liverpool.
Ein multikulturelles Leben prägte die pulsierende Hafenmetropole und war Nährboden für eine vielseitige Musikszene. Inder, Iren, Afrikaner und Asiaten wohnten dicht gedrängt in den Hafenvierteln und machten sie zugleich 
zur Problemzone. Neben den Konflikten der Einheimischen mit den Ausländern, verzeichnete die Stadt eine hohe Jugendarbeitslosigkeit, die zwangsläufig zu einer hohen Kriminalität führte. Großbritannien befand sich in jener Zeit in einer existenziellen Wirtschaftskrise und das wirkte sich deutlich im maritimen Handel aus. Vor 1945 war Großbritannien eine Welt- und Kolonial-macht, aber in der Folgezeit zerbrach das Empire und es endete der Wohlstand. Die Hafenstadt Liverpool verlor an Bedeutung, wodurch sich das Gefälle zwischen Arm und Reich verschärfte. Die Gesellschaft lebte dabei im Widerspruch. Der britische Mittelstand ignorierte gern die Realitäten und sah sich immer noch als stolzer Beherrscher der Welt. Konservative Denkweisen und ein überzogenes Traditionsgehabe taten ein Übriges. Viele lebten über ihre Verhältnisse und glaubten an die Wiederauferstehung zur Weltmacht.
Die Jugendlichen sahen ihre Stadt zunehmend verelenden. Keine Arbeit,  wenig Sozialhilfe und Väter, die die Realität im Alkohol ertränkten. In keiner anderen Stadt Britanniens waren die Probleme so konzentriert, wie in Liverpool. Die multikulturelle Basis der Stadt bot aber neben den existenziellen Problemen eine große Farbenvielfalt. Sie war idealer Nährboden für neue Musikarten und textlich eröffnete sich ein unerschöpfliches Potenzial. Geprägt durch die Herkunft der jeweiligen Musiker wurden verstärkt folkloristische Elemente in die Skifflemusik eingebunden. Unterschwellig hoben solche Lieder den nationalen Stolz, da sie Erinnerungen an bessere Tage suggerierten und die Hoffnung auf eine aufblühende Zukunft weckten. Somit wurden solchen Lieder bewusst einprägsam oder unverkennbar interpretiert. Speziell britischen Musikern ging es darum, sich auszudrücken.
Die Skifflemusik war auch 
ein Ventil, um den Frust des Alltags herauszuschreien. Afroamerikaner brachten nun Soul-Elemente in die Musik und kleideten den Frust in bedachte Worte und strahlten Hoffnung auf die Zukunft aus. Im extremen Fällen gab es schreiende Rockvarianten, die unverhohlen ihre Aggressivität in die Texte legten. Jene Formen werden heute als Ur-Punk bezeichnen. Aus dem Skiffle entstanden diverse Musikexperimente, deren Rockvarianten den Oberbegriff Mersey Beat bekamen. Am Liverpooler Fluss Mersey lagen die Armenviertel der Stadt und dort wurde der Beat geboren. Doch die Musik hatte einen schweren Stand. Die Eltern lehnten natürlich die krachige Musik ab und auch die Studenten bezeichneten sie als Gossenmusik. Studenten, die in der Regel finanziell besser gestellt waren, bevorzugten die Jazzmusik und konnten die Begeisterung der ärmlichen Jugend für den Beat nicht nachvollziehen.
Die Beat-Musiker wollten jedoch ihre Musik publizieren und brauchten dazu den Zuspruch der Studenten. Die Jazzkeller der Stadt waren die einzige Möglichkeit die Beatmusik bekannt zu machen. Natürlich wollte man auch ein wenig Geld verdienen, um zu überleben, aber die zahlungskräftigen Studenten erteilten der Musik ein Hausverbot. Den Beatgruppen spielten daher nur rauchige Spelunken oder heruntergekommene Sporthallen in den Slums von Liverpool. Den Betreibern jener Orte, war in der Regel der Umsatz wichtig. Die Gage der Musiker orientierte sich nicht selten, an ein zahlendes Publikum (Getränke, Eintritt). Erstaunlicherweise lockte die Musik eine steigende Zahl von Jugendlichen an. Der Mersey Beat verbreitete sich rasant und zog nun auch Studenten und erste Produzenten an.

Anfangsepoche:

Londoner Musiker wurden von der Liverpooler Musik inspiriert und entwickelten in der Hauptstadt eine eigene Szene. In der Londoner Szene überwog eine geglättete Rock’n Roll-Musik, die mit den Elementen des Liverpooler Beat angereichert wurde. Cliff Richard war der Superstar der Szene mit seinen rhythmischen Schlagergesängen. Inspiriert vom Erfolg der amerikanischen Instrumentalbands Johnny & the Hurricanes und Eddie Cochran, fanden sich in London Nachahmer und The Shadows sollten mit ihrem Gitarrensound dominieren. Sie wurden auch deshalb populär, da sie sich als Begleitband von Cliff Richard anheuern ließen.
Von der Londoner Szene wurden später die Tornados („Telstar“) und die Ventures („Sleepwalk“) bekannt. Die Londoner Szene beeinflusste auch den Schlager und brachte neue 
Stars hervor, Marty Wilde oder Eddy Kane und vor allem wurde Petula Clarke zum Weltstar. Um 1960 hatte sich in Liverpool der Mersey Beat etabliert und spielten nun in eigene Klubs, die mehr aus Kellern in abrissreifen Häusern bestanden. Wenn Dave Clark Five, Gary & the Peacemakers, Tony Sheridun, The Rothrunners oder The Searchers spielten, bevölkerten nun auch die Studenten die feucht modrigen Räume. In London machten sich inzwischen Freddie and the Dreamers, The Hollies, Brian Poole & the Tremeloes und Dusty Springfield mit dem Merseysound einen Namen.
Die Studenten öffneten indes ihre Jazzkeller und im Cavern Club spielten die Beatles, die noch unbekannt waren. 1960 nannte sie sich in The Beatles um und ihr Manager schickte sie nach Hamburg, wo sie als Band reiften. Ab Februar 1961 waren die Beatles Stammgast im Liverpooler Club und lernten dort Brian Ebstein kennen, der ihr neuer Manager wurde. Mit der Hamburger Erfahrung formten die Beatles den Merseybeat in eine eigene Form. Sie verlangsamten den Rhythmus effektvoll und bauten untypische Bandinstrumente ein. Brian Ebstein überredete sie zu einem neuen Image, zog ihnen die Lederklamotten aus und steckte sie in Anzüge. Eifrig suchte Ebstein nach einem Plattenvertrag. Die renommierte Plattenfirma Decca lehnte allerdings die Beatles ab, da Decca einen Vertrag mit Brian Poole & the Tremeloes, abschloss und die Tremeloes als die kommenden Stars ansah. Die Beatles konnten beim deutschen Label Polydor ein paar Titel einspielen, bevor sie einen Vertrag bei Parlophone unterschrieben. Am 05. 10. 1962 erschien die erste Single „Love Me Do“ und belegte Platz 17 in den Charts. Es ist der Beginn des weltweiten Durchbruchs der Beatles.

Höhepunkt des Beat

Ab 1963 folgten Hits in Serie für die Beatles und im Schlepptau mit den anderen Beatbands überschwemmten sie nicht nur den britischen Markt. The Beatles und The Searchers wurden  schnell europaweit bekannt. Beatmusik wurde für Großbritannien zum Exportschlager und eine wichtige Wirtschaftsquelle. Die bluesorientierten Rolling Stones starteten 1963 mit ihrer ersten Single „Come on“ (von Chuck Berry) und erreicht Platz 21 in den UK-Charts. John Lennon (Beatles), der mit Mick Jagger (Rolling Stones) befreundet war, überließ ihm den Beatlestitel  „I Wanna Be Your Man“. Die Stones-Version schaffte es auf Platz 12 in den britischen Charts. Erst danach begannen die Rolling Stones eigene Titel zu komponieren. Mit „It’s All Over Now“ hatten sie 1963 ihren ersten Nummer 1-Hit. International waren sie besonders bei den Afroamerikanern in den USA beliebt und mit „Satisfaction“ hatten sie 1965 ihren ersten Welthit (Nr. 1 Hit in den USA = 4 Wo.; GBR =2 Wo.; BRD=6Wo.).
In Frankreich waren besonders The Searchers beliebt, bei vornehmlich weiblichen Fans.
Aber die unglaubliche Beatles-Hysterie übertraf in Europa alles. Egal wo die Beatles auftraten, strömten ihnen Tausende kreischende weibliche Fans entgegen. Auf ihren Konzerten konnte man durch das hysterische Jubel-Geschrei kaum die Musik auf der Bühne verstehen. 
In den USA dominierten bisher die Beach Boys, mit ihrem Surferbeat die Charts, doch nun kamen die Beatles und belegten die Spitzenplätze in den Charts. Überhaupt platzierten sich britische Gruppen europaweit in den Charts und einige schafften es auch in die US-Charts. Zumindest bereicherten sie mit ihrem individuellen Sound weltweit die Musikszene. 1964 kamen Manfred Mann, The Animals, The Zombies und The Kinks dazu und zugleich verlor der urwüchsige Mersey Beat den Zuspruch. Im Gegensatz zum Rock’n Roll schaffte es der Beat sich nun weltweit durchzusetzen, selbst in Ländern, in denen eine traditionelle Nationalmusik vorherrschte. Ob Südamerika oder Asien (Japan, Philippinen), überall hörte die Jugend Beatmusik. Beat ist die erste Musikrichtung, die sich weltweit verbreitete. Zwar nicht überall, aber in den meisten Staaten der Erde.
An dieser Stelle sei vermerkt, dass die älteren Menschen dem Beat ablehnend gegenüberstanden und ihn als Gefahr für die Jugend begriffen. Mit der Einladung der Beatles in den Königspalast wurde nicht nur die Band geehrt, sondern die Musik salonfähig gemacht. Die gesellschaftliche Ächtung der Musik schwächte sich erheblich ab und speziell die Eltern tolerierten die Musik ihrer Kinder. Es bleibt allerdings fraglich, ob die Königsfamilie wirklich den Beat mochte oder sich eher gezwungen sah eine Gruppe zu ehren, die erheblich die britische Wirtschaft (Umsatz) ankurbelten. Mit der Ordensverleihung (Member Of The Britisch Empire) an die Beatles 1964 wurde ihr wirtschaftlicher Wert deutlich unterstrichen. Bis 1966 hielt die Beatbegeisterung an und driftete nun in die seichte Schlagerform ab. Mit dem gefälligen Sound konnten sich nun auch die Erwachsenen arrangieren und fanden Gefallen an wohlklingenden Beatsongs.
Die Musik verflachte und die Jugend ging wieder auf die Suche nach einer eigenen Musik. Einige Beatgruppen hatten bereits begonnen die Musik zu erneuern. In Großbritannien setzte sich der Hardbeat durch und in den USA lebte der Surferbeat (Pet Sound) wieder auf und der Soul beherrschte die Charts. Nachdem die Beatwelle etwas abgeebbt war, dominierten erneut die Beach Boys in den USA. In ihrer Musik flossen zwar Beatelemente ein, aber der Sound strahlte weiterhin die soulige Sonne Kaliforniens aus und ist daher mehr Popmusik. In ähnlicher Weise war kurzzeitig der Ohio Express erfolgreich, die in ihrer Musik stark den Beat betonten. Die Beatles experimentierten musikalisch und wurden damit zum Vorreiter anderer Soundarten, wie dem Psychedelic-Rock.

Charakter und Ende des Beat:

Der amerikanische Rock'n Roll war eigentlich nicht die Musik der Europäer. Die Jugend fand R&R modern und kopierte ihn zwar, aber bauten keine richtige Beziehung dazu auf. Die Musik entstammte auch im Wesentlichen der afroamerikanischen Szene und behandelte demzufolge ihre Themen. Rock'n Roll war rebellisch und mobilisierend, jedoch der tiefere Sinn der Musik blieb der europäischen Jugend verschlossen. Natürlich revoltierte die Jugend Europas ebenso gegen die veralteten gesellschaftlichen Zwänge, aber die Probleme der US Gesellschaft waren ihnen fremd. Europa dachte in vielerlei Hinsicht etwas moderner. Es gab keinen Bürgerrechtskampf wegen der Hautfarbe, die Familienhierarchien lösten sich langsam auf, die Regierungen gestatteten der Jugend mehr Freiheiten und das soziale Gefüge sorgte für Sicherheit.
Dennoch hielten sich auch in Europa starre gesellschaftliche Zwänge, von Sitte und Moral und veralteten Traditionsdenkweisen. Der Beat lebte textlich einen neuen Zeitgeist vor, kritisierte veraltete Denkweise und lebte ein freies Lebensgefühl vor. Auch musikalisch war der Beat anders. Der dumpfe lang gezogene Rhythmus, im 4/4 Takt, entsprach oft einem 12-taktigen Blues-Schema. Typisch wurden der mehrstimmige Gesang und eine mindestens zweiteilige Liedform. Es ließen sich hervorragend alle möglichen Instrumente effektvoll einbauen (Klavier, Mundharmonika, Geige, Cello) und gestattete das kombinieren mit verschiedensten Soundarten.
Auf der Basis der britischen Folktradition entstand eine offene Musikrichtung die wandelbar war, ohne mit dem Stil zu brechen. Der variable Sound ließ ebenso einen großen textlichen Freiraum zu. Typisch wurde die Erzählform, die eine Reimform überflüssig machte und sogar  auf einen Refrain verzichtete konnte. Mit den textlichen Möglichkeiten konnte Musiker somit die Gesellschaft effektiver kritisieren oder brachen mit bestehenden Tabus und gaben ihre Sicht der Dinge wieder. Mit einfachsten Mitteln sangen sie, was ihnen auf der Seele lag. In einem Lied der Beatles wird beispielsweise beschrieben, wie ein Mann geschafft von der Arbeit heimkommt und bei seiner Frau Trost sucht und neue Energie tankt („A Hard Days Night“). Aus heutiger Sicht mag das Lied ein banaler Schlager sein, aber damals stand die Aussage für einen Tabubruch. Der Text widersprach dem damaligen heroischen Männerbild.
Ein Mann sollte als Familienoberhaupt stets Stärke zeigen und keine Schwäche gegenüber einer Frau zeigen. Das veraltete Rollenbild von Mann und Frau wurde ein beliebtes textliches Thema und schuf die Grundlage einer modernen Sicht für eine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Durch den Beat dachte die Jugendgeneration über eine moderne Lebensart nach und stellte dabei die bisherigen Normen und Werte der Elterngeneration infrage. Die Lieder schufen meistens unterschwellig ein Konfliktpotenzial, da sie die Jugend animierten aus ihrem bisherigen Rollenbild auszubrechen. Sie schufen damit eine zeitgemäße Denkweise, revoltierten gegen gesellschaftliche Zwänge und propagierten eine moderne Weltsicht. Obwohl die Beatmusik eher unpolitisch war, erzeugte der Beat einen rebellischen Geist. In der Konfrontation mit dem gesellschaftlichen Leben, war auch eine unbewusste politische Kritik die Folge. Intuitiv förderte die Musik eine elementare Reife, einer Generation, die später selbstbewusst deutlich Stellung zu politischen Themen bezog. Diese Komplexität machte letztendlich die Musik weltweit so erfolgreich, da sie jeden Jugendlichen ansprach. 
Dem Beat haftete zwar kein philosophischer Kerngedanke an, aber textlich verstand es der Beat eine emotionale Betroffenheit zu entfachen und eine Reaktion auszulösen. 
Die Beatfans legten daher auch konkrete Verhaltensmuster an den Tag, die symbolisch seine Denkweise ausdrücken sollte. Optisch trugen Mädchen Hosen und die Jungen ließen sich lange Haare (Ohren verdeckt) wachsen. Sie bekundeten äußerlich ein verändertes Rollenverständnis (Mann & Frau) und zeigten deutlich ihre Ablehnung gegenüber der altmodischen Gesellschaft. Als aufmüpfig, ungehorsam und frech wurde die Jugend bezeichnet und für die Eltern war die Beatmusik das Übel alles Bösen. Sogenannte Experten malten düstere Bilder einer drohenden Verwahrlosung, von einer Jugend, die sich unmoralisch und verantwortungslos verhielt. Allein die mangelhafte Einstellung zur Arbeit und die Ablehnung des Militärdienstes mobilisierte Politiker. In vielen Staaten wurde ein Verbot der Beatmusik zum parlamentarischen Thema.
In der DDR wurde 1965 ein solches Verbot tatsächlich durchgesetzt und es war zugleich die Zeit, in der sich die Beatmusik progressiv wandelte. Die europäische Jugend fand Gefallen an der amerikanischen Folkmusik, die sich konkreter den Themen der Zeit stellte und Beatmusik immer mehr zum rhythmischen Schlager wurde. Inspiriert vom Beat und der kalifornischen Musik (USA) bildeten sich die Hippies und gaben die Liebe als Lebensideal vor.
Die Rolling Stones fühlten sich in jeglicher Hinsicht „Unbefriedigt“ (Satisfaction) und der Folksänger Barry McGuire rechnete mit der US-Gesellschaft ab. Der variable Beat verarbeitet die amerikanischen Einflüsse und es entwickelten sich daraus neue Stilformen. Mit dem experimentieren entstanden neuartige Musikrichtungen. The Beatles wurden mit dem Song „Tomorrow Never Knows“ zum Wegbereiter für den Psychedelic-Sound und inspirierten mit ihren Innovationen maßgeblich die moderne Musik. Die Gruppe Cream gilt richtungsweisend als erste Hardrockband und die Rolling Stones wurden über den Blues, zur populärsten Rock-band der 60er Jahre. The Who und The Kinks prägten dagegen die Stilart Hardbeat. Im Mainstream (vorherrschend) schossen zahlreiche Bands, wie Pilze aus dem Boden. Die meisten Beatbands begeisterten zwar rhythmisch, drifteten aber textlich in den Schlager ab. Allen voran sind Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Titch und die Bee Gees zu nennen, aber ebenfalls zählen zum seichten Beat auch Manfred Mann, The Hollies, The Tremeloes und  The Monkeys. Die wilden Small Faces gelten dagegen mehr als ein Grenzfall.
Jene Gruppen beherrschten für eine gewisse Zeit die Charts und begeisterten leider auch die Erwachsenen, wodurch sich die Jugend von der Musik verabschiedete. Es gab aber gereifte Bands, die neue Wege gingen und dauerhaft erfolgreich waren, wobei die Chartplatzierung kein Grandmesser der Beliebtheit für die Jugend war. Mit dem Album „Rubbersoul“ (Dezember 1965) verabschiedeten sich The Beatles, von ihrer bisherigen Musik und schufen ungewöhnliche Songs. Besonders die Lieder „Nowhere Man“ und „Norwegian Wood“ stechen deutlich hervor. Mit dem Nachfolgealbum „Revolver“ zeigte sich der Stilwandel der Beatles noch klarer („Eleanor Rigby“, „Tomorrow Never Knows“).
Ab 1967 waren aber Hardbeat, Rock, Psychedelic, Folk und Hippiekult angesagt. Ein Jahr später beherrschten die Studentenbewegungen die Szene. Die neuen Idole der Jugend waren nun politische Helden, wie Che Gueverra oder Martin Luther King. Und der offene Protest verlangte eine aggressive Musik, die der Beat nicht mehr bieten konnte und der Hardrock zur neuen Jugendmusik wurde.

 

 


 
4. Ausgesuchte Liedtexte

Eve Of Destruction    - Barry McGuire

Die östliche Welt, sie explodiert (Vietnam) - Überall lauert die Gewalt, die Waffen werden geladen (Munition)
Du bist alt genug zum Töten, aber nicht um zu wählen (US-Wahlrecht) - Du glaubst nicht an den Krieg, wozu
dann das Gewehr, das du herumschleppst? (Kriegsdienst) – Sogar am Jordan (Fluss) treiben tote Körper auf
der Wasseroberfläche (Israelkonflikt) - Aber du erzählst mir immer und immer wieder, mein Freund, -
Du glaubst nicht, dass wir am Vorabend der Zerstörung (dem Ende) stehen

Verstehst du nicht was ich versuche zu sagen? - Verspürst du nicht dieselben Ängste, die ich die ganze Zeit habe?
- Wenn erst einer den Knopf gedrückt hat (Atomkrieg), dann gibt es kein Entkommen - Dann kann 
niemand gerettet
erden, die Welt wird zum Grab – Schau dich mal um, Junge, das alles muss dich doch 
erschrecken - Aber du erzählst mir
immer und immer wieder, mein Freund, - Du glaubst nicht, dass wir am Vorabend der Zerstörung (dem Ende) stehen

Meinem Blut geht es so schlecht, fühlt sich an, als würde es gerinnen (Rassendiskriminierung) - Ich sitze hier,
einfach nur um nachzudenken - Ich kann die Wahrheit nicht verdrehen, sie kennt keine Vorschriften –
Und eine Handvoll Senatoren (Rassisten) nehmen die Gesetzgebung (gegen die Rassentrennung) nicht an –
Und man kann sich nicht integrieren, wenn man alleine marschiert (Minderheiten, z.B.: Homosexuelle),
wenn der menschliche Respekt fehlt - Diese ganze verrückte Welt ist nur noch frustrierend –
Aber du erzählst mir immer und immer wieder, mein Freund, - Du glaubst nicht, dass wir am Vorabend
der Zerstörung (dem Ende) stehen

Denk nur an all den Hass im „Roten China!“ (Kommunistenhetze) - Dann sieh dich um in Selma, Alabama!
(Gewalt gegen Bürgerrechtsdemonstration) - Du gehst vielleicht für eine kurze Zeit (in den Krieg) –
Aber wenn du zurückkommst, ist es derselbe alte Ort (festgefahrene Traditionen) - Das Hämmern der
Trommeln, (entscheidet) zwischen Stolz und Schande - Du kannst deine Toten begraben, ohne das sie eine
Spur hinterlassen – Du kannst deine Nachbarn hassen, aber vergiss nicht ein Tischgebet zu sprechen
 (christliche Heuchelei) - Aber du erzählst mir immer und immer wieder, mein Freund, - Du glaubst nicht,
dass wir am Vorabend der Zerstörung (dem Ende) stehen

 

Blowin' In The Wind   -  Bob Dylon

Wie viele Straßen (Wege) muss ein Mann gehen, bevor man ihn einen Mann nennt?
(Über) Wie viele Meere muss eine weiße Taube segeln, bevor sie im Sand ausruhen kann?
Und wie oft müssen Kanonenkugeln fliegen, bevor es ihnen für immer verboten wird?

R.: Die Antwort mein Freund ist in den Wind geblasen, die Antwort ist in den Wind geblasen.     

Wie oft muss ein Mann nach oben sehen, bevor er den Himmel sehen kann?
Und wie viele Ohren muss ein Mensch haben, bevor er das Weinen der Anderen hört?
Wie viele Tode wird es brauchen bis er begreift, dass schon zu viele Menschen gestorben sind?

JA, und wie lange kann ein Berg bestehen, bevor er ins Meer gewaschen wird?
Wie viele Jahre können (unterdrückte) Menschen durchhalten, bevor es ihnen erlaubt ist frei zu sein?
Und wie oft steckt man den Kopf in den Sand, und tun so, als würden sie nichts sehen?
 

Zusätzliche Strophe: 

               Wie viele Straßen auf dieser Welt, sind Straßen voll Tränen und Leid?
               Wie viele Meere auf dieser Welt, sind Meere der Traurigkeit?

               Wie viele Mütter sind lang schon allein, und warten und warten noch heut'?

                Welche große Berge von Geld gibt man aus, für Bomben, Raketen und Tod?
                Wie viel große Worte macht heut' mancher Mann, und lindert damit keine Not?
                Wie viel großes Unheil muss erst noch gescheh'n, damit sich die Menschheit besinnt?

für Wind geblasen trifft auch umgangssprachlich zu = ist für'n Arsch = Scheiß drauf
im gemäßigten deutsch = die Antwort kennt ganz allein der Wind

My Generation  - The Who

Leute versuchen uns unterzukriegen (Reden über meine Generation)
Nur weil wir herumkommen sind (Reden über meine Generation)
Die Dinge, die sie tun, sehen so Angst einflößend kalt aus (Reden über meine Generation)
Ich hoffe ich sterbe bevor ich alt werde (Reden über meine Generation)

R:  Dies ist meine Generation
      Dies ist meine Generation, Baby

Warum verschwindet ihr nicht einfach alle (Reden über meine Generation)
Und versuche nicht schlecht zu machen, was wir alle sagen (Reden über meine Generation)
Ich versuche nicht eine große Sensation zu sein (Reden über meine Generation)
Ich rede einfach nur über meine Generation (Reden über meine Generation)

Wiederholung der Strophen 2 und 1!