05. DDR-Lexikon E-N

DDR – Pop & Rock Lexikon             von E bis N  
            
( Von Elecktra  bis  NO55)

EElectra - Elefant - Express
F= Feeling B - Fischer, Veronika - Freudenberg, Ute
G= Gottschalk, Heinz Jürgen - Gipsy
H = Hagen, Nina - Herzbuben - Hofbluesband
I, J = IC - Jessica - Juckreiz
K = Karat - Karussell - Keimzeit - Klosterbrüder
L = Lakomy, Reinhard - Lift - Lenz, Klaus
M= Modern Sou Band - MTS  - Mona  Lise
N= Neumis Rock Cirkus - NO55

Anmerkung:

Auflistung von Interpreten, Gruppen und Orchester mit den Bekanntheitszusätzen:
    [A] = allgemein sehr populäre Interpret oder Gruppen ihrer Zeit
    [B] = bekannte Interpreten oder Gruppen, aber wenige TV-Auftritte, nur durch einigen Liedern im Radio
              bekannt oder durch populäre aber nicht medialen Auftritte (in Kirchen, bei Konzerten)
    [C] = bekannt bei Insidern und durch die Undergroundszene

 

E


 

ELECTRA                                             [A]                                     (progressive & Artrock)

Erste Besetzung:   Bernd Aust ( fl, sax, keyb), Peter Ludewig (dr, voc), Karl-Heinz Ringel (keyb),
                                Ekkehard Berger (g, voc), Wolf gang Riedel (bg)

Story: Die Dresdener Band wurde 1969 gegründet. In der Besetzung mit Aust, Ludewig, Riedel und den Neuen Stefan Trepte (voc), Hans Peter Dohanetz (keyb) und Peter Sandkaulen (g), gehörten sie neben den Puhdys, Renft und Panta Rhei zur DDR-Rockelite in der ersten Hälfte der 70er Jahre - - - zwei gesanglich gegensätzlichen Sänger (Trepte und Ludewig) trugen maßgeblich zum Erfolg der Band bei und trugen eine interessante Farbe in die Rockszene der DDR in den frühen Jahren - - - der erste große Hit „Tritt ein in den Dom“ hatte eine Länge von fast neun Minuten - - - 1975 wechselte Trepte zu LIFT und Dohanetz verließ ebenso die Band - - - Rainer Uebel (keyb) und Gisbert Koreng (g, voc) kamen in die Band und machten sich musikalisch mit Adaptionen einen Namen - - - 1978 kam mit Manuel von Senden ein neuer Sänger hinzu, der allerdings eine ähnliche Stimmfärbung wie Peter Ludewig hatte - - - die Band stand bis Anfang der 80er Jahre für Kunstrock Made in GDR - - - 1980 erschien die hoch gelobte Konzept-LP ,,Die sixtinische Madonna“, da die Nachfrage so hoch war, wurden 150.000 Exemplaren produziert und verkauft (ungewöhnlich viel für DDR-Verhältnisse) - - - in den 80er Jahren war die Band regelmäßig in den Hitparaden der DDR vertreten, obwohl sie kaum kommerzielle Musik machten, von den wenigen Songs jedoch, wurde der Song „Nie zuvor“ (1984) ein Hit und gehört zu den Rockklassikern der DDR- Musik - - - Ludewig spielte nebenher in der Country-Folkband SIMPLE SONG und probierte solistische Projekte - - - immer wieder kam es zu kleineren Umbesetzungen der Band, die den Erfolg der Band bremsten - - - 1989 kehrte Stefan Trepte mit großen Plänen zur Band zurück, aber durch die Wende wurde die geplante LP nicht realisiert  - - - nach einer Durststrecke traten sie mit der Ostalgie wieder in Erscheinung und touren mit LIFT und STERN MEIßEN als Revival-Band über die Konzertbühnen Deutschlands

LP: Elektra Combo (1974), Adaptionen (1976), Electra 3 (1980), Die sixtinische Madonna (I980), Ein Tag wie eine Brücke (1981), Augen der Sehnsucht (1985), Tausend und ein Gefühl (1987)

ELEFANT                                       [C]                            ( Bekannt durch Ute Freudenberg) 

Band: Werner Kunze (g), Michael Heubach (keyb), Bernd Henning (g), Bodo Huth (bg), Peter Fiele (dr)

Story: Burkhard Lasch gründete 1976 ursprünglich in Weimar die Band, mit den drei Sängerinnen Marion Scharf, Eva Kyselka und Ute Freudenberg - - - 1977 strebten sie liedhafte Popmusik an, mit Augenmerk auf die Sängerinnen - - - 1980 wurde die Band umgewandelt und nur die Sängerin Ute Freudenberg blieb in der Band - - - im selben Jahr wurde das Lied „Jugendliebe“ zum Megahit und gilt heute als einer der populärsten Hits der DDR-Rockgeschichte - - - der Gesang von Ute war der Garant für den großen Erfolg, wodurch die Band als Begleitband betrachtet wurde - - - Ute Freudenberg verließ 1983 die DDR, was zugleich das Ende (erfolglos) der Gruppe bedeutete.                                       
LP: Jugendliebe (1981), Alles oder Nichts (1982)

ENGERLING                                     [B]                                                             (Bluesband)

Band:  Wolfram Bodag (mundh, p, voc ), Heiner Witte (g), Rainer Lojewski (dr,), Erhard Klauschenz (bg),
             Reiner Greger (v, voc) und Peter Brandl (mundh, voc)

Story: Die Berliner Gruppe unter Leitung von Wolfram Bodag, wurde 1975 gegründet und spielten einen erdigen, geradlinigen Blues- und Boogierock - - - die unspektakuläre Weise ihres Auftretens sowie der traditionelle Stil ihrer Titel, ließ die Band schnell zur Kultband der DDR-Bluesfans werden - - - besonders der Titel „Mama Wilson“, eine Hommage an den verstorbenen CANNED HEAD -Frontmann Al Wilson, wurde ein großer Erfolg - - - ab 1978 gab es diverse Umbesetzungen und 1980 erhielten sie den Berufsstatus. Als einzige Gründungsmitglieder blieben Bodag und Witte übrig und weitere Umbesetzungen folgten - - - mit Peter Lucht (dr), Tilo Ferch (sax) und Günther Krex (bg) hielt eine stabile Besetzung für drei Jahre - - - 1986 fiel die Band erneut auseinander, wegen einem Ausreiseantrag und der Armeezeit von Mitgliedern, zudem geriet Bodag mit der Polizei aneinander, wobei ihm beide Hände gebrochen wurden - - - Ende 1986 entschied sich der Bandleader weiterzumachen, mit Bodag, Witte, Pokrandt (bg), Schulz (dr), Weiz (g) kam es zu einem Neuanfang - - - die Wende überstand die Band relativ unbeschadet und wurde zu vielen Festivals eingeladen und stand mit MEAT LOAF oder DR. FEELGOOD auf der Bühne.

LPs: Engerling (1979), Tagtraum (1981), So oder so (1989)

ETC                                                     [C]                                                           (Begleitband)

Band:  C. Steyer (keyb), E. Rosser (bg), N. Wieklein (dr), R. Baptist (bvoc), D. Kopf (g), W. Düwel (g)
Story:  Die Band spielte ab 1973 als Nachfolger der Uwe Schikora Combo als Begleitband für Frank Schöbel 
- - - nachdem Frank Schöbel 1983 an den Stimmbändern operiert wurde, setzte das schleichende Ende ein, zumal Frank Schöbels neue Begleitband Datzu wurde - - - Mitte der 80er Jahre formierte sich die Gruppe als Begleitband von Hans-Jürgen. Beyer.       
LP: Komm, wir malen eine Sonne (1976), Ich bleib der Alte (1977)

EXPRESS                                          [B]                                      (Country - und Rockband)

Band:  E. Lemke (key, v, sax, voc), H. Zilliges (g, perc), P. Kmmele (b), R. Franz (dr)

Story: Die Berliner Band wurde 1971 gegründet und trotz zirka der 50 produzierte Lieder im Rundfunk, blieb die Band erfolglos - - - Erst 1977 kam als Gastsänger der Country- und Schlagerinterpret Peter Tschernig in die Band und machte Expreß verstärkt zur Country Rockband - - - allerdings verließ Tschernig nach einem Jahr die Band und strebte eine Solokarriere an - - - neuer Sänger wurde Rainer Nawrath (voc), der aber nur bedingt der Country-Ausrichtung gerecht wurde - - - bewusst wurde ein Stilwechsel vorgenommen und man spielte nun melodiebetonten Rock - - - von 1980-1986 waren sie Begleitband für den tschechischen Popstar Petra Janu - - - ab 1986 gab es verschiedene Umbesetzungen, bis sie sich zur Wendezeit auflösten - - - erwähnenswert wäre ihre Fan-Hymne für den 1. FC Magdeburg (Fußball) - - - neben einer kurzen populären Phase (1976 bis 1979), blieb die Gruppe überwiegend eine Begleitband für andere Interpreten.

Songs: Wenn Musikanten heimwärts fahren (1976), Ein Wigwam steht in Babelsberg (1976), Liebling ich verspeise dich zum Frühstück (1977), Nimm die Nacht in deine Hände (1978)

F


 

FEELING  B                                       [C]                                                           (Punkband)

Band:  Aljoscha Rompe (g, voc), Paul Landers (g, voc), Christian Lorenz (key), Christoph Zimmermann (b),
             Alexander Kriening (dr)
Story: 1983 gründete sich die Punkband im Berliner Prenzlauer Berg und zählte zu den Pionieren der Berliner Undergroundszene - - - die Band war ein Hauptbestandteil der DDR-Rock Dokumentation aus dem Jahre 1988 „Flüstern und Schreien“ (120 min – Dokumentar-Kinofilm von Dieter Schumann über die Undergroundszene in der DDR) - - - der kommerzielle Erfolg hielten sich in Grenzen - - - Lorenz und Landers wurden nach der Wende Mitbegründer der erfolgreichen Gruppe RAMMSTEIN.                 
LP: Geling B (1990)

FELLER, Linda                              [B]                                                     (Countrysängerin)

Geboren am 23. 09. 1966 in Ohrdruff (bei Gotha) als Uta Weitzel - - - 1984 schickten Freunde von ihr eine Musikkassette an die TV-Nachwuchssendung „Sprungbrett“ mit Hartmut Schulze-Gerlach - - - der Auftritt wurde ein großer Erfolg und Gerlach schrieb für sie den Titel „Tränen verraten dich“ - - - in der Folgezeit war sie mit Country-Klassiker unterwegs und beim Amiga-Sampler „Country Roads“ interpretierte sie den Dolly-Parton Hit ,,Apple Jack“ - - - sie wurde Sängerin bei der Band COUNTRY & CO und war Frontfrau der Band bis 1988 - - - von einem Konzert in Zürich (Schweiz) kam sie nicht mehr zurück und versuchte ihr Glück in der BRD - - - als Country-Sängerin wurde sie sehr erfolgreich und 15 CD wurden mit ihr veröffentlicht - - - der Höhepunkt ihrer Country-Karriere war ein Auftritt in der Grand Öle Opry in Nashville, dem Heiligtum aller Country-Fans.

Singlehits: Tränen verraten dich (1987), ich weiß genau was ich will (1992), Andere Mütter haben auch ein schönes Kind (1994), Keiner lügt so schlecht wie du (1985), Du weißt, was Frauen lieben (2000)

FISCHER, Veronika                [A]                                                               ( Popinterpretin)

Geboren am 28.07. 1951 im thüringischen Wölfis, deren Familie die Hausmusik pflegten und sie mit ihren Schwestern als Volksmusiktrio auftraten - - - 1968 studierte sie bis 1973 an der Musikhochschule Carl Maria von Weber in Dresden Chanson und Musical - - - sie sang zwischendurch bei der Fred Herfter-Combo, Stern Combo Meißen (1970/71) und gehörte 1971-1973 der Gruppe Panta Rhei an - - - Ende 1973 gründete sie ihre eigene Band, mit der sie bis 1981 großen Erfolg haben sollte - - - zur ersten Besetzung gehörten namhafte Musiker, wie Franz Bartzsch (keyb), Hansi Biebl (g), Frank Hille (dr) und der Bassist Eckhard Kremer - - - mit Bartzsch als Komponist und Kurt Demmler als Texter überzeugte Veronika Fischer als vielschichtige Sängerin, die sowohl mit Rocksongs („Und wer bist du?“, „Blues von der letzten Gelegenheit“), Schlager („Klavier im Fluss“) und Balladen („Dass ich eine Schneeflocke war“) sehr erfolgreich war - - - zahlreiche Tophits hatte sie in den DDR-Charts und feierte besonders mit den balladenhaften Songs große Erfolge - - - zu Klassiker wurden „Auf der Wiese“ und „Sommernachtsball“ - - - weiterhin war sie auf zwei Kinderlieder LPs von Reinhard Lakomy vertreten - - - auf dem Höhepunkt ihrer Karriere verließ Veronika das Land, da sich ihr ungarischer Manager und Ehemann mit Sohn und auch ihr Hauskomponist Franz Bartzsch, während eines Gastspiels in der BRD blieben - - - sie erhielt zwar ein zweijähriges Dauervisum für Westberlin, drängte dann aber auf die Aberkennung ihrer DDR- Staatsbürgerschaft - - - in der BRD erhielt sie einen langfristigen Vertrag bei WEA und veröffentlichte dort sechs LPs, die sich durchschnittlich verkauften.

LPs: Panta Rhei (1973), Veronika Fischer & Band (1976), Veronika Fischer & Band (1977), Aufstehn (1978), Geschichtenlieder (1978 mit R. Lakomy, A. Mann u.a.), Traumzauberbaum (1980 mit R. Lakomy, A, Mann u.a.), Goldene Brücken (1980) 
weitere Erfolgssong in der DDR:  In jener Nacht (1975), Hänschengroß (1976), Ich rufe dich (1977), Nein Doktor nein (1977), Hast du einen Freund (1978)
ihre bekanntesten Lieder in der BRD: Du willst deinen Spaß (1984), Sehnsucht nach Wärme (1985), Ein Gefühl wie das Leben (1988)

FRANKE ECHO QUINTETT           [B]                                                        ( Beatband )

Band 1960:    Dieter Franke (g),  Henry Kotowski (dr, voc), Bernd Frömel (g), Peter König (bg),
                        Hans Sigismund (sax)
Story: Die Band wurde 1959 in Berlin gegründet und galt in den 60er Jahren, neben den SPUTNIKS als erfolgreichste Beatband - - - bis 1965 überzeugten sie besonders mit ihren Live-Auftritten und waren auf den ersten Beat-Samplern „Big Beat 1“ und „Big Beat 2“ (1965) vertreten - - - ihr Echosound gab nicht nur der Band ihren Namen, sondern beeindruckte auf Konzerten, sowie die dreihalsige Gitarre (Marke Eigenbau in den Stimmungen einer Mandoline, Gitarre und Bass) - - - im November 1964 traten sie, neben den Sputniks und den Amigos im Berliner Friedrichstadtpalast auf. Während der Live-Aufnahme durch den Rundfunk und vom Fernsehen (,,Amiga Cocktail“), gerieten die Zuschauer in eine nicht erwünschte Begeisterungshysterie, was die Antibeatkampagne der Funktionäre anheizte - - - Anfang 1965 kam es zu erheblichen Umbesetzungen und im Oktober 1965 musste sich die Band im Zuge des Beatverbotes auflösen - - - nach der Verbotsphase, schlossen sie sich wieder zusammen, ohne großen Erfolg, sind aber bis heute noch aktiv.

Songs: Peter Gun,  Brasiliana,  Melodie für Barbara, Seeschloß, Peters Twist (alle 1964/65)

FREUDENBERG, Ute                         [A]                                                    ( Popsängerin) 

Geboren am 02.01.1956 in Weimar und wurde 1971 als Gesangstalent in Straußberg (b. Sonderhausen) entdeckt. Von 1972 bis 1977 studierte sie an der Franz Liszt Musikhochschule Gesang und Burkhard Lasch holte sie in die Gruppe ELEFANT. Sie war somit 1976 ein Gründungsmitglied der Band und hatte 4 Jahre später mit dem Titel „Jugendliebe“ ihren größten Erfolg, der zum Klassiker der DDR-Rock- und Popmusik wurde. Nach zwei LPs mit ihrer Band verließ sie 1983 die DDR. In der BRD blieb sie zunächst erfolglos. Nach der Wende kehrte sie nach Weimar zurück und ist inzwischen eine bekannte Schlagersängerin, aber der ganz große Erfolg blieb bislang aus.

Songs: Jugendliebe (1981), Wie weit ist es bis ans Ende dieser Welt (1982), Wolken ziehen weiter (1999)

FREYGANG                                                 [C]                                         (Bluesrockband )

Band 1983:   André Greiner-Pol (voc, g, v, b, Lyra), Reiner Gaszak (g), Charly Prohaska (g),
                       Wolf- Dieter Mohr (b), Wilfried Eckstein (dr)
Story: Die Berliner Kultband gab 1977 ihre ersten Konzerte - - - schnell wurde die kraftvolle Rhythm and Blues-Band zum Insidertipp - - - bis 1981 spielte die Band in verschiedenen Besetzungen unter der Leitung von André Greiner-Pol (*1952, Sohn des Komponisten Kurt Greiner-Pol) - - - sie verloren kurzzeitig die Spielerlaubnis, wegen ihrer nicht Staatskonformen Auftritten - - - ab 1982 schrieb Greiner-Pol eigene Texte und Musik, jedoch weiter mit kritischen Untertönen und die Band überzeugte überwiegend als Live-Band - - - bei einem Open Air-Konzert im Sommer 1983 kamen 7.000 Zuschauern nach Ketzin bei Potsdam und kurz darauf wurde die Band wegen Greiners öffentlichen staatskritischen Äußerungen mit einem Verbot belegt - - - um das Verbot zu umgehen, gründete Greiner-Pol DIE FIRMA, bevor 1985 Freygang wieder spielen durfte - - - zu ihrem ersten Konzert (danach) kamen 3.000 Fans in die alte Kongresshalle/ Leipzig - - - im Sommer 1986 kam das unwiderrufliche Aus, wegen Greiners erneuten Unbeherrschtheiten. Er wurde noch auf der Bühne verhaftet und es wurde ihm obszöne Äußerungen und Beleidigungen gegenüber dem Publikum vorgeworfen, sowie Widerstand gegen die Polizei und einer Störung des sozialistischen Zusammenlebens - - - der damalige Verteidiger Gregor Gysi konnte einen längeren Gefängnisaufenthalt seines Mandanten verhindern - - - Greiner-Pol schloss sich musikalisch der Underground-Szene an und arbeitete unter verschiedenen falschen Namen - - - mit der Wende war Freygang 1989 wieder legal aktiv, jedoch mehr mit rebellischen Aktionen, als mit der Musik - - - Beispielsweise, besetzte 1990 die Band das Berliner Kino Camera und gründeten die Kulturstätte Tacheles - - - bis zum Tode von Greiner Pol (15.12. 2008-Herzinfarkt) fiel die Band durch weitere Provokationen auf.

FRIEDMAN, Perry                           [B]                                                    ( Folksänger)

Geboren am 25. 09. 1935 in Prince Albert (Kanada), gestorben 16.03. 1995 in Berlin. Nach dem Abitur 1953 begab er sich auf Wanderschaft und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch. Ab 1953 versuchte er sich als Folksänger und trat auch mit Paul Robeson auf und kam mit ihm 1956 in die DDR. Aufgrund seiner kommunistischen Überzeugung, blieb 1959 in der DDR und wollte an der Musikhochschule Hans Eisler Musik studieren. 1960 veranstaltete er den Hootenannie Liederabend, unter anderem mit Gisela May und Lin Jaldati (Hootenannie = inspirative Session zum gemeinsamen Singen). Mit seinen engagierten Songs fand er schnell Anerkennung bei den Funktionären und erhielt 1965 eine eigene Radiosendung „Treff mit Perry“. 1966 war er Mitbegründer des Hootenanny-Clubs, aus dem die Singe-Bewegung resultierte und der Club sich ein Jahr später in „Oktoberklub“ umbenannte. Ab 1967 verlor er seine Leitende Funktion und war er nur noch als Berater des Oktoberklubs tätig. Von 1971 bis 1976 kehrte er wieder nach Kanada zurück und war dort gewerkschaftlich aktiv. Dann kam er zurück und blieb beratend eng mit der Singe-Bewegung verbunden. Allerdings, hatte die Singe-Bewegung kaum noch Einfluss auf die Jugend. Ebenso sein Engagement für Politische Lieder begeisterte nur die Funktionäre.

LP: Hootenanny m. P. F. (1966), Hooterianny 2 (1966), Passing Through (1976), P. Friedman (1982)

FRITZENS DAMPFERBAND       [B]                                                            (Showband)

Bandchef Michael Fritzen (*1938) gründete bereits 1963 seine erste Band, spielte dann bei den SPUTNIKS und den JAZZ OPTIMISTEN, bevor er im April 1975 Fritzens Dampferband gründete. In der Gruppe, mit stark wechselnden Mitgliedern, sangen als Solisten Nina Hagen (1976 in die BRD), Achim Mentzel und Gerd Christian (Biege). Die Gruppe stand für Humor, mit Klamauk und sah sich als Partyband. Sie waren daher beliebte Gäste bei humorvollen TV-Showformaten, wie der Silvester- und den Faschingssendungen. Zwischen 1977 und 1980 geriet die Band in Vergessenheit, da auch der Frontmann Achim Mentzel eine erfolgreiche Solokarriere begann. Ab 1980 ging es für die Gruppe in einer Neubesetzung wieder bergauf und konnte wieder ein mediales Interesse wecken, allerdings ging Michael Fritzen 1984 in die BRD. Als Berliner Dampferband machte die Gruppe zwar weiter, aber mit bescheidenen Erfolg.

LP: Hatschiwaldera (1974), Wir tanzen Tango (1975), Plim Plim (1977)

G


 

GERD-MICHAELIS-CHOR                [A]                                                      (Begleitchor)

Der Gerd-Michaelis Chor ging 1968 aus dem Wolfgang-Brandenstein-Ensemble (1966 gegründet) hervor, dessen musikalischer Leiter Gerd Michaelis war. Nachdem sich das W. B. Ensemble auflöste, war der Chor nicht mehr an den Friedrichstadtpalast gebunden und konnte freischaffend arbeiteten. Während der Weltfestspiele 1973 löste sich der Chor aus dem Backgroundimage heraus und begannen, nach dem Vorbild der Les-Humphries-Singers eigene Poptitel zu produzieren („Solidarität“, „Sing auf allen Straßen“). Bei Amiga arbeitete der Chor eng mit dem Orchester Jo Kurzweg zusammen. Live hatte der Chor in den 70er Jahren eine eigene Gerd-Michaelis-Band. 1976 gab Gerd Michaelis aus gesundheitlichen Gründen den Chor auf, welcher als Cantus-Chor weiter machte.

LP: Tanz ohne Pause (1973), Winterzeit … Schöne Zeit (1973), Gerd-Michaelis-Chor (1974), Auf sonnigen Wegen (1975), Picknick-Party (1975), Musikalische Schlittenfahrt (1975), Party an Bord (1977)

GIPSY                                                      [B]                                                           (Popband)

Band 1984:   Dietmar Schulte (voc), Wilfried Opitz (acg, voc), Fredy Lieberwirth (bg), Ralf Sternkopf (g ),
                      Jens Malinowski (keyb), Rene Tümpner (dr)
Story: Gegründet 1977 in Thalheim (Erzgebirge), stabilisierte sich die Band erst nach einigen Umbesetzungen 1984. Ihren größten Hit hatten sie mit „Marie“, an den sie jedoch nicht wieder anknüpfen konnten, zumal die Band sich erneut umbesetzte. 1989 kam Marina Heß als Sängerin und die Band blieb in den 90er Jahren relativ stabil, jedoch ohne großen Erfolg.                                           
Titel: Marie (1984), Stein deiner Träume (1985)

GOTTSCHALK, Heinz-Jürgen  „GOTTE“             [B]                                   ( Popsänger)

Heinz-Jürgen Gottschalk wurde am 16. 05. 1948 in Leipzig geboren. War in seiner Kindheit ein jodelnder Volksmusiksänger, lernte Jürgen Kehrt (Blues) kennen und begeisterte sich durch ihn für die Beatmusik. Er spielte in regionalen Bands mit und blieb längere Zeit bei den Nautiks. 1971 studierte er an der Hochschule für Musik in Weimar und 1973 wechselte er zur Horst-Krüger-Band (sang dort den Klassiker „Tagesreise“). 1976 war er Mitbegründer der Neue Generation und verließ die Band 1979, aufgrund von Meinungsverschiedenheiten. Schließlich begann er eine Solokarriere und hatte mit „Wenn ich auf dem Rücken lieg“ (1981) seinen größten Erfolg. Während eines Auftritts in Westberlin blieb er 1985 dort und wählte für kurze Zeit München als neue Heimatstadt. Der musikalische Erfolg in der BRD hielt sich in Grenzen.

LP: Wenn ich auf dem Rücken lieg (1984)

H


 

HAGEN, Nina                                           [A]                                                     (Popsängerin)

Geboren am 11. 03. 1955 in Berlin als Catharina Hagen und ist Tochter der Schauspielerin Eva-Maria Hagen und des Drehbuchautors Hans Hagen. Nach der Trennung ihrer Eltern war der Liedermacher Wolf Biermann, der neue Lebensgefährte der Mutter. Geprägt davon, strebte sie eine künstlerische Laufbahn an. 1972 fiel sie allerdings bei der Aufnahmeprüfung für die Schauspielschule durch und begann stattdessen 1973 eine einjährige Ausbildung am zentralen Studio für Unterhaltungskunst. Zwischendurch sang sie in verschiedenen Band und lebte kurzeitig in Polen. Die Gruppe Automobil entdeckte sie 1974 und engagiert sie als Sängerin.
Der erste Hit der Band war zugleich der Start für eine brillante Karriere für Nina. „Du hast den Farbfilm vergessen“ wurde zum Superhit der DDR-Popgeschichte, der ungewöhnlich originell und witzig daherkam. Nach dem Tophit rissen sich die Veranstalter um Nina, aber nicht um Automobil, wodurch die Trennung von der Band vorprogrammiert war. Noch im selben Jahr 1974 stand sie für den Film „ABC der Liebe“ vor der Kamera, dem 1975 der Fernsehfilm „Junge, heute ist Freitag“ folgte. Passend zu ihrem Image wurde sie Frontsängerin der Fritzens Dampferband. Songs wie, „Wir tanzen Tango“, „Honigmann“ und „Hatschi Waldera“ wurden populäre Hits im Schlagerbereich. Nina Hagen schaffte es in nur zwei Jahren ein absoluter Superstar in der DDR zu werden und wurde von den Medien als seltenes Talent gefeiert. Sie war nicht nur schauspielerisch talentiert, sondern verfügte auch stimmlich über eine enorme Bandbreite.
Als Wolf Biermann 1976 ausgebürgert wurde, gingen Nina und ihre Mutter mit staatlicher Genehmigung (Ausreiseantrag) ebenfalls in die BRD. Ihr künstlerischer Weg führte sie dort in die Punkszene und wurde in diesem Bereich ebenso ein Star. Kurzzeitig (1980 – 1986) versuchte sie ihr Glück in den USA und produzierte dort die LP „Angstlos“.  1986 kehrte sie in die BRD zurück und sorgte mehr durch ihr skandalöses Auftreten in Talkshows immer wieder für Schlagzeilen. Mit ihrem facettenreichen Gesang blieb sie ein anerkannter Rockstar und probierte musikalisch und privat unterschiedlichste Sachen aus, wobei sie das Extreme suchte. Unter anderem vertonte sie mit Max Raabe ihre Version der „Dreigroschenoper“ (1999), begeisterte sich für die UFO-Theorie, wechselte spiritistisch zur Religion und trat mit und bei verschiedenen Künstlern auf. Die schrille Person zeigte sich mit den Jahren gereifter und wirkte an Projekten von Thomas D, Apokalyptica und Oomph mit.  Sie veröffentlichte 2002 ihre Biografie und engagierte sie ökologisch links (Grüne, Linke).

Die größten Chartserfolge - BRD: Ein Herz kann man nicht reparieren (1991 -m. U. Lindenberg), Solo (1998- m. Thomas D.), Die schwarze Witwe (2001- m. Rosenstolz); Seemann (2003- m. Apokalyptica)

HERZBUBEN                                         [B]                                           (A-Capella- Gruppe)

Band 1987:  Sebastian Krumbiegel (*1966, voc, piano), Wolfgang Lenk (*1966, voc, g), Dirk Schrot

Story: Nach mehreren erfolglosen Bandgründungen, ab 1982, nannte sich die Leipziger Gruppe ab 1987 Herzbuben - - - alle Mitglieder verfügten über eine klassische Gesangsausbildung (Thomanerchor Leipzig bzw. Dresdener Kreuzchor) und versuchten es mit witzigen A-cappella-Nummern - - - schnell wurden sie im Leipziger Raum bekannt und fielen dem Rundfunk auf - - - sie vergrößerten sich mit Jens Sembdner (*1967, b, key) und verzichteten von nun an gänzlich auf Instrumente - - - bis zum Ende der DDR erschienen einige ihrer Rundfunkerfolge auf Amiga-Sampler und traten gelegentlich im TV auf - - - 1989 wurde Sempner zum Wehrdienst eingezogen (kehrte danach zurück), Schrot verließ inzwischen die Gruppe, für ihn kam Henry Schmidt (*1967, voc) und der Song „Gaby und Klaus“ wurde ihr erster großer Erfolg (aber erst 1991 erschien der Song bundesweit als Single) - - - mit der Wende verlangten die volkstümlichen Wildecker Herzbuben von der Gruppe eine Namensänderung, gleichzeitig nahm sich die NDW-Pionierin Anette Humpe der Gruppe an - - - sie änderten ihren Namen in DIE PRINZEN und Tobias Künzel (*1964 , von Amor und die Kids) kam dazu und es folgte eine außergewöhnliche Karriere ab 1991 - - - bis 1993 waren sie die angesagteste Gruppe in Gesamtdeutschland - - - danach ebbte der ganz große Erfolg etwas ab, aber immer wieder machten sie mit ihren Liedern auf sich aufmerksam

Songs als Herzbuben: Die neumodische Beatmusik (1988), Der schönste Junge aus der DDR (1989), Du hast den Farbfilm vergessen (1989-Coversong), Gabi und Klaus (1989)    

HOF BLUES BAND                                [C]                                        (Undergroundband)

Nachfolgeband der legendären Berliner Gruppe B-Club 66, um Günter „Ulle“ Hofer (*1949, g, voc) und Jochen Lorentz (*1944, p, voc), die 1977 als Quintett in Hohen Neuendorf / Birkenwerder gegründet wurde. Ab 1978 spielten sie als Trio mit Michael Seilin (g, voc) weiter - - - Sie erlangten in der Bluesszene hohes Ansehen, wegen ihrem mehrstimmigem Gesang und den anspruchsvollen Texten. Musikstilistisch gehörte die Band zum Folkblues. Nachdem sich Sellin einen Namen als Rocktexter gemacht hatte, verließ er in der ersten Hälfte der 80er Jahre die Band. Das kommerzielle Interesse bei Hofer und Lorentz war zweitrangig, ihnen genügte der kleine Rahmen und schon wegen diesem bescheidenen Anspruch, gehörten sie in den 70er und 80er Jahren zu den beliebtesten Folkbluesbands der Berliner Szene - - - jedoch erhielten sie wegen ihrer kritischen Texte häufig ein Auftrittsverbot. Ab 1985 ging es musikalisch bergab, worauf sich Hofer (Diplomingenieur) und Lorentz (Mediziner) zogen in ihr Berufsleben zurückzogen.

Bekannte Songs:  KWV Blues (1977), Alk Blues (1977), Die zweite Haut (1985)

I & J


 

IC   (Falkenberg)                                      [A]                                                    ( Popsänger )

Geboren als Ralf Heinz Schmidt am 10. 09. 1960 in Halle. Er erhielt Klavier- und Gesangsunterricht und sang

bei verschiedenen Gruppen mit. Mit dem Stilwandel von der Stern Combo Meißen zum New Wave, holte ihn Martin Schreiner 1983 als Sänger. 1984 wurde er (Stern Meißen) als bester Popinterpret des Jahres gekürt, was ihn veranlasste, ab 1985 (parallel) eine sehr erfolgreiche Solokarriere zu beginnen. 1985 und 1986 hatte er seine erfolgreichste Zeit, als IC Falkenberg und nannte sich dann nur IC, mit den Titeln „Wunderland“ und „Mann im Mond“. 1988 wurde er mit den Schallplattenpreis die Goldene Amiga ausgezeichnet und Ende der 80er Jahre versuchte er mit Andreas Bicking ein Electronic-Pop-Projekt als Delta Dreams (ohne Erfolg). Im August 1989 zog sich IC aus dem Popgeschäft zurück, was mit der Auflösung von Stern Meißen einherging. Nach der Wende blieb er relativ erfolglos.

LPs: Traumarchiv (1987), Zigeuner auf Zeit (1988)

JESSICA                                               [B]                                                            ( Popband )

Band:  Tino Eisbrenner (voc), Ralf Böhme (key), Andre Drechsler (g), Janek Skirecki (b), Olaf Becker (dr)

Story: 1983 von Schulfreunden gegründet - - - im selben Jahr suchte das englische TV-Team von Tyne Tee Television für ihre Dokumentation junge deutsche Musikgruppen und stießen zufällig auf Jessica; in der BRD suchten sich das TV-Team die ÄRZTE aus; die Vorschläge der DDR-Funktionäre ignorierend, bestand das TV-Team auf Jessica, da sie zu jenem Zeitpunkt, Songs der englischen Gruppe POLICE erfolgreich nachspielten  - - - im Zuge der TV-Dokumentation wurde der Titel „Ich such einen Traum“ auf Amiga produziert - - - mit nachfolgenden TV-Auftritten erlebte die New Wave-orientierte Band einen enormen Popularitätsschub. Ihre erste und einzige LP „Spieler“ verkaufte sich 180.000-mal. Mit ihrer Ablehnung einen Titel für „Rock für den Frieden“ einzuspielen, zogen sie sich den Zorn der Funktionäre zu, welche die Auflösung der Band bewirkten. So wurden Drechsler und Böhme zum Wehrdienst eingezogen und boten Eisbrenner eine Solokarriere an. Eisbrenner nahm das Angebot an, um anderen Maßnahmen des Staates zu entgehen und es erschien von ihm die LP „Tino“ 1989.                                                                                                                   

LP:Spieler“

JUCKREIZ                                          [B]                                                   (New Wave Band)

Band:  Marion Sprawe (voc), Jürgen Rohmeis (g), Friedhelm Ruschak (keyb), Viola Woigk (keyb, voc)
            Jürgen Albrecht (g), Peter Piele (dr)

Story: Die NDW-Band wurde 1980 in Magdeburg gegründet. Sie verstanden es, sich mit witzigen Titeln in der Popszene zu etablieren. Der Titel „FKK“ (1983) wurde ihr erfolgreichster Hit und nach 1985 wurde es sehr ruhig um die Band, löste sich faktisch auf.                       

Songs: Sticker aus Tallin (1983), FKK (1983)

K


 

KARAT                                                    [A]                                                                 ( Rockband)

Gründungsband: Herbert Dreilich(*1942, g, voc), Ulrich „Ed“ Swillms (*1947, key), Henning Protzmann
                               (*1946, bg), Hans Joachim Neumann (*1952, voc), Ulrich Pexa (g), Konrad Burkert (dr)

Story: Nachdem 1973 Veronika Fischer die Band PANTA RHEI verließ, löste sich die Band auf - - - Protzmann und Neumann bauten eine neue Band auf - - - Protzmann holte seine PANTA RHEI Kollegen Swillms und Dreilich hinzu und Neumann holte Pexa und Burkert in die Band - - - Zielsetzung war eine rockorientierte, aber melodiöse Musik, wobei Neumann mehr die Rockakzente betonen wollte - - - Im Januar 1975 gab es die ersten Rundfunkaufnahmen, gingen dann auf Konzerttournee und hatten bis Jahresende 13 Lieder beim Rundfunk produziert - - - 1976 wurden Burkert und Pexa ausgewechselt und es kamen Michael Schwandt (*1947, dr) und Bernd Römer (*1952, g) - - - zu dieser Zeit waren die Songs stark vom Rock geprägt und wagten, wenn auch zweideutig, staatskritische Töne  Kritik wagte („Such ein Zimmer, „So’ne Kleine“- - - natürlich gefiel das nicht den Funktionären und beriefen Hans Joachim Neumann zum Wehrdienst 1977 ein, da er als die treibende Kraft gesehen wurde; zugleich war dies eine unmissverständliche Warnung an die Band  - - - mit dem Sänger Dreilich änderte sich der Musikstil, in eine gewünschte unverfängliche Richtung; die Musik von Karat wurde lyrischer und melodiöser - - - für Hans Joachim Neumann war nach seiner Armeezeit  kein Platz mehr in der Band und gründete sein Soloprojekt NEUMIS ROCK CIRCUS - - - 1978 nahm Amiga die erste LP mit Karat auf, die LP-Auskopplungen „König der Welt“ und „Über sieben Brücken“ wurden zu Dauerbrennern in den DDR-Charts und zugleich Klassiker der DDR-Rockmusik - - - seit 1978 arbeitete die Band mit Norbert Kaiser als Texter zusammen, zuvor schrieben Kurt Demmler und Burkhard Lasch die Songtexte für Karat - - -1979 war ihr Erfolgsjahr und setzten sich in der Popularität vor den Puhdys, die bisher konkurrenzlos in der DDR waren - - - ihre 2. LP „Über sieben Brücken“ war ein Verkaufsknüller. Der rockige Schlagersänger Pefer Maffay coverte später den Titelsong und machte „Über sieben Brücken“ zu einem gesamt-deutschen Hit und ist heute ein häufig gespielter Evergreen - - - 1980 folgte die ebenfalls erfolgreiche LP und der Titelsong „Schwanenkönig“ - - - bis Mitte der 80er Jahre war Karat Dauergast in den DDR-Charts, z. B. mit „Gewitterregen“ (1979), „Albatros“ (1979), „Schwanenkönig“ (1980), „Magisches Licht“ (1980), „Der blaue Planet(1981), „Marionetten“ (1982), „Jede Stunde“ (1982)  - - - mit dem Erfolg kamen auch Probleme, so wurden die Alkoholprobleme von Swillms bekannt - - - Swillms war derjenige, der bisher fast alle Song der Band komponierte - - - während der Konzerte in der BRD 1980/81 wurde der erkrankte Swillms, von Thomas Natschinski vertreten - - - nach der Wiedergenesung von Swillms verließ Natschinski 1984 wieder die Band und widmete sich wieder seiner Komponistentätigkeit - - -  die Gerüchte um Swillms Alkoholsucht verstärkten sich und wegen einem erneuten Rückfall wurde Thomas Kurzhals von Stern Meißen als Keyboarder fest engagiert - - - die Erfolge hielten sich nach dem Megaerfolg der LP „Der blaue Planet'“ (1982) in Grenzen - - - 1986 hatten sie noch Mal mit dem Titel ,,Hab den Mond mit der Hand berührt“ wieder einen Hit, der aber der letzte bleiben sollte - - - die Krise bei Karat wurde immer deutlicher und wie erwartet beendete Ulrich Swillms 1986 endgültig seine Mitgliedschaft bei Karat - - - der Zerfall der Band war nun unaufhaltbar und Herbert Dreilich versuchte die Band noch am Leben zu erhalten, zumal in der Wendezeit das Interesse an DDR Gruppen stark abnahm - - - Dreilich schaffte es die Band durch die allgemeinen Durststrecke zu führe und mit der Ostalgie, stieg Mitte 1992 die Popularität von Karat wieder an - - - als Revivalband hatte die Band nun wieder zahlreiche Auftritte, aber mit neueren Songs blieben sie erfolglos - - - 1997 erlitt Herbert Dreilich einen Schlaganfall und am 12.12. 2004 verstarb er an Leberkrebs à eigentlich wollte sein Sohn Claudius nur beim Gedenkkonzert für seinen Vater die Karat-Hits nachsingen, aber seine identische Stimme zum Vater entfachte eine gewaltige Zuschauer-Resonanz. Seitdem ist er Sänger von Karat und die Band tourt überwiegend als Revival-Band durch die Lande. Seit 2007 sind sie Bestandteil der beliebten Ost-Rock-Klassik-Konzerte, mit Puhdys, City und Silly.

Weitere Hits: Das Monster (1976), Abendstimmung (1976), Le Doyen (1980), Märchenzeit (1983)
LP-Hits in der DDR: Karat (1978), Über sieben Brücken (1979), Albatros (1979), Schwanenkönig (1980), Der blaue Planet (1982), Die sieben Wunder der Welt (1984), Fünfte Jahreszeit (1987)

Hits in den BRD-Charts:
Singles: Über sieben Brücken (1981/ Pl. 15 - 13 Wo.), Der blaue Planet (1981 / Pl. 14 - 31 Wo) 
LP: Schwanenkönig (1980 / Pl. 26 - 24 Wo), Der blaue Planet (1982 / Pl. 8 - 48 Wo)
Auswahl-BRD Alben: Die geschenkte Stunde (1995), Licht und Schatten (2003), Weitergeh’n (2010)

KARUSSELL                                                [A]                                                               (Rockband )

Erstband:  Wolf Rüdiger Raschke (keyb), Peter Gläser (g, voc), Reinhard Huth ( voc, g), Claus Winter (bg),
                    Lutz Kirsten (g), Bernd Schumacher (sax, fl), Jochen Hohl (dr)

Story: Im April 1976 entstand aus der Gruppe FUSION, unter der Leitung von Raschke und mit Mitgliedern der verbotenen RENFT COMBO, Gläser und Hohl, die Band - - - 1977 entstanden erste Rundfunkaufnahmen und die Band wurde von den Fans, als Nachfolgeband von der KLAUS RENFT COMBO angesehen - - - Kurt Demmler war als Texter der Band gewonnen und Bernd Dünnebeil (g ) ersetzte Kirsten und Schumacher - - - 1979 erschien die erste Amiga LP „Entweder oder“, deren Titelsong ein Hit wurde - - - ohne Dünnebeil wurden dann zwei weiter LPs eingespielt („Ehrlich will ich bleiben“- 1979, „Das einzige Leben“-1981), deren Titelsongs ebenso zu Hits und Klassiker der DDR Rockmusik wurden - - - schließlich verließ auch Gläser die Band und es kamen Lutz Salzwedel und Tom Leonhardt in die Band, die aber bei einem BRD Auftritt dort blieben - - - 1985 kamen Dirk Michaelis (voc) und Jürgen Hofmeister (g); mit Michaelis zog in die Band künstlerische Kontinuität ein, trotz kurzzeitigem Besetzungschaos - - - 1987 entstand „Als ich fortging“ (Komposition: Dirk Michaelis / Text: Gisela Steineckert) und gilt heute noch, als einer der schönsten DDR-Rockballaden - - - 1990 hatten die Band mit „Marie“ ihren letzten großen Hit und lösten sich praktisch 1991 auf, auch wenn es versuche gab, die Band neu zu formieren (zuletzt 2008- 2009).

LPs nach 1981: Schlaraffenberg (1982), Was kann ich tun (1984), Cafe anonym (1987), Solche wie du (1989), Sonnenfeuer (1994), Loslassen (2011)

KEIMZEIT                                                    [B]                                                            ( Popband )

Band: die Geschwister Leisegang - Norbert (voc, g), Hartmut (bg), Marion (voc), Roland (dr)

Story: Gründete sich 1980 als JOGGER in Bad Belzig und nannten sich 1982 um - - - 1984 kam Ulrich Sende (g) hinzu und 1989 Matthias Opitz (p), dafür stieg Marion mit der Geburt ihres Kindes aus - - - schnell fanden sie eine feste Fangemeinde, mit ihren skurrilen Texten, verbunden mit dem lasziven Gesangsstil von Norbert - - - Der kommerzielle Erfolg stellte sich aber erst zur Wendezeit ein, wobei die Lieder „Flugzeug ohne Räder“ und „Irrenhaus“ am erfolgreichsten waren - - - erst 1993 wurde der Song „Kling Klang“ veröffentlicht, den Norbert bereits um 1978 schrieb; der Song wurde bisher als Schlager angesehen und nur mal so, als Schlusslied auf Konzerten in den 80er Jahren gespielt. Auch 1993 sollte der Song nicht auf der LP erscheinen, aber Tony Krahl (City) erkannte das Hit-Potenzial und ermutigte Leisegang den Titel zu veröffentlichen ⇒ das Lied Kling Klang“ wurde der größte Hit der Band - - - bis heute ist die Band aktiv, deren schräge Musik aber eher Insider begeistert.

LP-Auswahl: Irrenhaus (1990), Bunte Scherben (1993), Das Beste bis jetzt (Best of- 2002)

KEKS                                                             [B]                                                                (Popband)

Band:    Michael Matthies (voc),  Gerd Wagner (g), Ralph Oelschlägel (key), Wolfram Schäfer (b), Ingo Politz (dr)

Story: 1978 in Berlin gegründete Diskopopband - - - Ralf Bursy und Detlef Brauer ersetzten 1979 Wagner und Matthies - - - der damit verbundene Wechsel zum liedhaften Rock brachte den Erfolg und den ersten Hit „Warten in der Dunkelheit“ - - - 1982 verließ Bursy die Band und startete seine Solokarriere, unter anderem mit Songs aus seiner Zeit bei KEKS - - -  nach einer erneuten Umbesetzung kamen Sebastian Baur (g) und Jörg Skaba (dr) in Band, worauf sich der Musikstil zum New Wave änderte - - - 1983 erschien ihre erste und einzige LP - - - nach heftiger Kritik an dem schrillen Auftritten der Band, stellten einige Mitglieder einen Ausreiseanträgen, wodurch die Band 1985 insgesamt verboten wurde.

LP: Keks (1983),    Songs: Wir lassen uns nicht schocken (1982), Henriette (1983)

KERTH, Jürgen                                        [B]                                                            (Bluesinterpret)

Geboren 19. 07. 1948 in Erfurt, gründete er 1964 eine Schülerband zusammen mit Heinz-Jürgen Gottschalk, woraus 1967 das Rock & Blues Ensemble Kerth entstand - - - weiter zählten zur Band Siegfried Hörger und Roland Michi - - - 1968 ging Gottschalk und die Gruppe brach auseinander und Jürgen Kerth widmete sich seiner Ausbildung an der Musikschule in Erfurt und spielte in verschiedenen Bands - - - 1969 fanden auf Initiative von Luise Mirsch erste Rundfunkproduktionen mit ihm statt und er gründete 1970 erneut eine Band, mit Bernd Schulze (sax), Egon Böhm (b), Lothar Wilke (key) und Christian Fischer (dr) - - - Kerth galt als einer der besten Bluesgitarristen und Bluesinterpreten der DDR - - - die erfolgreichsten Songs waren „Martha“ (1975) und „Helmut“ (1976), obwohl er nicht kommerziell orientiert war - - - eine Karriere in Berlin lehnte er ab und blieb in seiner thüringischen Heimat - - - heute interpretiert er gelegentlich in Clubs Bluestitel und hat einige LPs veröffentlicht - - - darüber hinaus engagierte er sich für den Kinderhospiz Nordhausen.

LPs: Gruppe Jürgen Kerth (1978), Komm herein (1980), Gloriosa (1982), Ich liebe die Eine (2006)

KLOSTERBRÜDER                              [C]                                                            (Hardrockband)

Band:  Dietrich Kessler (sax, fl), Hans Joachim Kneis (voc),  Klaus Weigert (bg), Lothar Kramer (keyb),
            Jörg „Matze Blankenburg (g), Detlef Kessler (dr)

Story: Die Hardrockband galt über Jahre hinweg als ein Geheimtipp - - - 1967 in Magdeburg gegründet scharten sich schnell eine treue Fangemeinde um sie - - - ihre spektakulären Live-Konzerte bescherten ihnen regionale Spielverbote, da sie in Mönchskutten auftrat oder Gitarrenkoffer in Form von Särgen auf der Bühne hatten - - - Mitte der 70er Jahre kam es jedoch zu Rundfunkaufnahmen, von denen „Lied einer alten Stadt (Weimar)“ recht populär wurde - - - nach einer gemeinsamen Tournee mit der Stern Combo Meißen, kam es 1975 überraschend zur Trennung - - - die Brüder Detlef und Dietrich Kessler, Kneis und Weigert gründeten in deren Folge MAGDEBURG, die auch bald zerfiel - - - nach der Wende startete MAGDEBURG ein Comeback, aber ab 2000 traten sie wieder als Klosterbrüder auf. 

Songs: Lied einer alten Stadt (1975), Fieber (1975), Kalt und heiß (1975)
CD: Klosterbrüder/Magdeburg – Die größten Hits (2007)

KREIS                                                         [A]                                                       (Disco-Popband)

Band: Arnold „Murmel“ Fritzsch (voc, key, g), Eva Fritzsch (voc, fl), Gerhard Witte (g), Helmut Sickel (bg) 
          Uwe Peschke (dr)
Story: Arnold Fritzsch gründete, mit seiner Frau Eva, 1973 die Band - - - das anfängliche Konzept war auf den Philly-Sound ausgerichtet - - - Hits wie, „Doch ich wollt es wissen“ (1975), „Und wir gingen auf uns zu“ (1976) und „Sie ist immer noch allein“ (1977) machten sie zur beliebtesten Teenieband des Landes - - - der Wandel zu melodiösen Songs („Garten Straße Nr. 10“,Der fünfte Beatle“) war weniger erfolgreich - - - ein umformieren der Band 1979 brachte sie nur ins Mittelmaß und 1982 wurde die Band aufgelöst.

LPs: Kreis (1976), Alle Mann an Deck (1978), CD: Die größten Hits (2007)

KRÜGER, HORST & BAND                     [B]                                            ( Komponist / Rockband)

Horst Krüger wurde am 14. 12. 1942 in Berlin geboren. Der gelernte Maurer spielte in verschiedenen Gruppen und kam während seiner Armeezeit (1960-1961) zum Erich Weinert Ensemble - - - ab 1963 war er Mitglied der Klaus Lenz Band, kam 1966 zum Wolfgang Brandenstein Ensemble und war Mitbegründer des Gerd Michaelis Chores - - - 1968 gründete er sein eigenes Horst Krüger Sextett deren stabile Größen Gerti Möller und Benno Penssler waren und sich ansonsten die Besetzung ständig änderte - - - - ab 1975 nannten sie sich Horst-Krüger-Band und gingen eindeutig in Richtung Rockmusik - - - bis 1977 existierte die Horst-Krüger-Band und setzte sich mit „Tagesreise“ (1975) ein musikalisches Denkmal ⇒ Komposition: Michael Heubach, Text: Josef Schaffer à der Song wurde zuerst 1973 erfolglos von der Bürkholz-Formation veröffentlicht à in der Version von der H.K. Band wurde das Lied später zum besten Rocksongs der DDR-Rockgeschichte gekürt - - - Krüger widmete sich nach 1977 verstärkt der Studioarbeit und dem Komponieren für andere Interpreten, wie Karel Gott, Eva-Maria Pieckert, Gerti Möller oder Jürgen Walter - - - um 1979 entstand seine Rockoper „Rosa Laub“, die am Volkstheater Rostock uraufgeführt wurde und 1982 auf LP erschien - - - Anfang der 80er Jahre gründete Krüger wieder eine Band mit den Solisten Bernd Dewet und Anke Schenker - - - neben den Konzerttätigkeiten entstand die 2. Rockoper „Zaubersprüche“ - - - später war Horst Krüger auch als Mentor und Berater für Nachwuchsinterpreten tätig. Danach war er vorrangig Komponist und arbeitete mit Gisela Steineckert und Kurt Demmler zusammen und zog sich nach der Wende ins Privatleben zurück

LPs: Horst Krüger und Ensemble (1971), Geh’ durch die Stadt (1972), Horst-Krüger-Band (1975),  Rosa Laub (1982),      
CD: Quer-Beat-easy (1997)

KRUG, Manfred                                           [A]                                                          (Jazz-Sänger)

Geboren am 08.02. 1937 in Duisburg. Nach der Scheidung seiner Eltern ging er mit seinem Vater nach Leipzig und später nach Brandenburg. Als gelernter Stahlschmelzer begann er 1954 ein Studium an der staatlichen Schauspielschule, musste sie aber aus disziplinarischen Gründen verlassen. Bis 1957 spielte er als Eleve (Lehrling) am Berliner Ensemble und legte dort seine Prüfung ab und arbeitete als freischaffender Schauspieler fürs Fernsehen und Kino. Krug entwickelte sich in den folgenden Jahren zum beliebtesten Nachwuchsschauspieler der DDR und erhielt 1968 den Nationalpreis. Die Serien „Wege übers Land“ und „Die Verschworenen“ brachten ihm einen hohen Sympathiebonus ein. Parallel dazu tat er sich als sensibler Jazz- und Chansonsänger hervor und errang damit in der DDR Kultstatus. Die enge Zusammenarbeit mit dem Saxophonisten und Komponisten Günther Fischer machte ihn zum erfolgreichsten Jazzsänger der DDR. Seine enorme Popularität steigerte sich bis Mitte der 70er Jahre, aber als führender Mitinitiator der Aktion gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns wurden seine die Auftrittsmöglichkeiten begrenzt. Im April 1977 stellte er daraufhin einen Ausreiseantrag. In der BRD war Manfred Krug der einzige DDR Künstler, der auch in der BRD sofort wieder Fuß fassen konnte. Über die Kindersendung „Sesamstraße“, folgten die Fernsehserien „Auf Achse“, „Liebling Kreuzberg“ und „Tatort“, die ihm eine hohe Popularität einbrachten. Seine musikalischen Talente reduzierte er zunächst, bis er in der Rolle als Kommissar Stöver im „Tatort“ gemeinsam mit seinem Partner Charles Brauer Jazzstandards intonierte. Von 1984 bis 2001 ermittelte Manfred Krug 41 mal als Tatort-Kommissar und das Team galt vor 2010 als Zweitbeliebteste Ermittler der Krimiserie hinter Götz George. Er veröffentlichte dann seine Autobiografie „Abgehauen“, die ein Bestseller und inzwischen verfilmt wurde. Bis heute produzierte er einige Jazz-CD und trat hin und wieder als Synchronsprecher in Erscheinung, ansonsten widmete er sich seinem Privatleben.

LP-Auswahl : Auf der Sonnenseite (1962), M. K. und die Modern Jazz Big Band (1965), Das war nur ein Moment (1971), Ein Hauch von Frühling (1972), Greens(1974), Du bist heute wie neu (1976), Evergreen- Das Beste von M.K. (2000), Sweet Nothings (2003)

Lieder-Auswahl:  Auf der Sonnenseite;  Wenn du schläfst, mein Kind; Ich weiß ein Mädchen;  Wenn du traurig bist; Jeder Tag mit dir; Niemand liebt dich so wie ich

L


 

LAKOMY, Reinhard                          [A]                                (Liedermacher/ Sänger)

Geboren am 19. 01. 1946 in Magdeburg und starb am 23. 03. 2013 an Krebs. 
Sein Weg führte ihn zunächst an die Musikhochschule (1966) und wurde von Klaus Lenz als Pianist engagiert. 1967 gründete er mit Günther Fischer das Günther-Fischer-Quartett. In jener Zeit begann er eigene Lieder zu komponieren und erlangte große Anerkennung bei den Unterhaltungskünstlern des Landes. Ab 1968 arbeitete er deshalb mit dem Textautoren Fred Gertz zusammen und schrieb Lieder für einige Interpreten, wie Thomas Lück, Uschi Brüning, Andreas Holm oder Michael Hansen. Zwischendurch wurde er zum Wehrdienst eingezogen und kehrte nach seiner Armeezeit wieder zu Günther Fischer zurück, verließ aber kurz darauf die Band.
Er wollte in Zusammenarbeit mit anderen Musikern sein eigenes Profil finden. Für seinen Song „Es war doch nicht das erste Mal“ fand er keinen Interpreten, worauf er es selbst als Sänger probierte und mit dem Song einen großen Hit hatte. Nicht zuletzt durch seine Reibeisenstimme wirkte das Lied erfrischend authentisch und eindrucksvoll. Aufgrund des großen Erfolges erschienen weitere Singles bei Amiga, die alle Hits wurden. Ihm zur Seite stand weiterhin Texter Fred Gertz, der ihm bei seiner ersten Solo-LP half, die sich ebenso einer großer Nachfrage erfreute. Zu den Weltfestspielen 1973 gründete Lakomy sein Ensemble, mit Angelika Mann als Sängerin, woraus sich eine äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit entwickelte. Nach 4 LPs trennte er sich 1977 vom Ensemble und versuchte sich an der elektronischen Musik (in Richtung Mike Oldfield), ohne großen  Erfolg. Seine größten kommerziellen Erfolge hatte er dafür mit den beiden Kinder LPs „Traumzauberbaum“ und „Geschichtenlieder“, die heute noch Kinder erfreuen. Die Texte stammten von seiner Frau Monika Erhardt und interpretiert wurden die Geschichtenlieder von Angelika Mann, Veronika Fischer und Ihm. Ab 1982 spielte er drei weitere Electronic-LPs ein, mit verhaltenem Echo. Erfolgreich war er noch mit diversen DEFA-Filmmusiken. Auch nach der Wende blieb er weiter Komponist.

Tophits: Es war noch nicht das erste Mal (1972), Und ich geh in den Tag (1973), Heute bin ich allein (1973)
LPs: Reinhard Lakomy (1973), Lacky und seine Geschichten (1974), Lacky's Dritte (1975), Daß kein Reif… (1976), Seine großen Erfolge (1977), Der Traum von Asgard (1983), Zeiten (1985), Aer (1991)

Erfolgreichsten Kinder-LPs: Geschichtenlieder (1979), Der Traumzauberbaum (1981), Mimmelit das Stadtkaninchen (1984),  Schlaps und Schlumbo (1986), Der Wolkenstein (1989)

LENZ, Klaus                                         [B]                                     (Komponist/ Big Band)

Geboren 22. 03. 1940 in Berlin und studierte Musik. Gründete 1961 seine erste Band, woraus sich 1962 das Klaus-Lenz-Sextett entwickelte. Bis 1969 spielten sie in unterschiedlichen Besetzungen und neben Jazz auch Tanzmusik. Musiker wie Günther Fischer, Reinhard Lakomy, Horst Krüger, Henning Protzmann oder Günter Sommer spielten in der Band. Neben seiner Arbeit mit der Band stellte Lenz 1963 und 1965 verschiedene Big Bands zusammen. 1968 gründete er eine Big Band, die sich 1970 in SOK und der neuen Klaus-Lenz-Band aufteilte. 1972 schrieb Lenz das erfolgreiche Musical „Es waren zwei Königskinder“. Für ein musikalisches Highlight sorgte der Zusammenschluss von Gerhard Laartz und Klaus Lenz zur Modern Soul-Big-Band mit den erstklassigen Solisten Uschi Brüning und Klaus Nowodworski. 1977 verließ Lenz wegen einer fehlenden künstlerischen Perspektive die DDR. Nach anfänglichem Erfolg in der BRD wurde er Restaurator und trat erst wieder 2010 musikalisch in Erscheinung.

LPs: Klaus Lenz für Fenz (1970), Klaus-Lenz-Modem-Soul-Big-Band (1974, Live), Klaus-Lenz-Big-Band (1975), Aufbruch (1976), Fusion (1978- BRD) 

LIFT                                                  [A]                                                (Art –Rockband)

Erstband:  Gerhard Zachar (b), Christiane Ufholz (voc), Bernd Schlund (voc), Jürgen Heinrich (g), Wolfgang
      Scheffler (key), Till Patzer (sax, fl ), Manfred Nytsch (pos), Karl Heinz Pflugbeil (tp), Konrad Burkert (dr)

Story: Die Band entstand im Januar 1973 aus dem Dresden-Septett - - - die Gruppe Lift war Mitinitiator der Veranstaltungsreihe „Solibeat“ - - - nachdem Nytsch, Schlund und Pflugbeil die Band verließen, orientierte sich die Band in Richtung Ballade, fort vom bisherigen Jazz-Rock - - - neuer Sänger wurde Stefan Trepte (Electra) und der Keyboarder Franz Bartzsch kam hinzu, die den Stil von Lift prägten - - - nach weiteren Umbesetzungen (Michael Heubach, Werther Lohse kamen; Christiane Ufholz, Konrad Burkert gingen ), schien sich die Gruppe 1975 zu stabilisieren - - - 1976 ging jedoch Trepte, dafür kam Henry Pacholski, als Sänger & Texter  - - - bis 1978 hatte diese Besetzung bestand, die ohne Gitarren auskam und in dieser Phase lyrische Rock-Klassiker schuf: „Nach Süden“, „Scherbenglas!“, „Sommernacht“, „Wasser und Wein“ und „Jeden Abend“ - - - bei einem Autounfall 1978 starben Pacholski und Zachar - - - Werther Lohse (voc), Michael Ledig und Frank Endrik Moll (dr) kamen neu in die Band - - - der ständige Wechsel machte jedoch ein konstantes Arbeiten unmöglich und um 1980 wurde Lift praktisch aufgelöst - - - umso erstaunlicher war es, das ihnen mit „Am Abend mancher Tage“ (1980) ihr größter Hit gelang - - - 1984 wagten sie in neuer Besetzung ein Comeback, brachen aber nach kurzer Zeit erneut auseinander - - - Werther Lohse startete 1985 noch einmal das Projekt, dass sogar bis 1990 hielt, aber mit bescheidenen Erfolg - - - nach der Wende fiel Lift auseinander - - -1993 formierte Werther Lohse die Band erneut und tourte mit ELECTRA und der STERN COMBO MEIßEN durch die Lande - - - die Besetzung 2011 bestand aus Lohse, Yvonne Fechner, Bodo Komnick, Jens Brüssow und Peter Michailow.

Ein weiterer Erfolgssongs war: Mein Herz soll ein Wasser sein (1977)  
LPs: Lift (1977), Meeresfahrt (1979), Spiegelbild (1981), Nach Hause (1987)  
CD: Die schönsten Balladen (1996), Tagesreise – The Best 1976-2003 (2005)

M


 

MAGDEBURG                                     [C]                                               (Hardrockband )

Band:  Dietrich Kessier (sax, fl, key ), Hans Joachim Kneis (voc), Klaus Weigert (b), Hans-Peter Dohanetz
            (key), Gisbert Piatkowski (g), Detlef Kessler (dr)

Story: Nach der Auflösung der Klosterbrüder (Unstimmigkeiten), nannte sich die Band 1976 nach ihrer Heimatstadt um, zudem drangen die Behörden auf eine Namensänderung (Klosterbruder = spirituelle Opposition) - - - da ihnen auch wegen ihrer Texte ein erneutes Spielverbot drohte, machten sie den Kompromiss und es wurden ihnen erste Rundfunkaufnahmen erlaubt - - - es folgten Umbesetzungen, wonach nur Kessier, Kneis und Kessler als Gründungsmitglieder übrig blieben - - - die Band versuchte nun melodischen Hardrock zu spielen und es kam zu weiteren Rundfunkaufnahmen und Amiga produzierte eine LP - - - auf der einzigen LP wurden auch Lieder aus den Zeiten der Klosterbrüder aufgenommen - - - inzwischen hatte sich ihr Fankreis aufgelöst, hinzu kam ein erneutes Besetzungswirrwarr und die Ausreiseanträge von Kessler und Kneis besiegelten das Ende der Band. (siehe weiter Klosterbrüder).                              
LP: Magdeburg (1980)

MODERN SOUL BAND                           [A]                                                ( Soul & Jazzrockband)

Erstband: Gerhard „Hugo“ Laartz (key), Klaus Nowodworski (voc), Eugen Hahn (b), Jürgen Fritzsch (sax),
                Andreas Altenfelder (tp), Günter Dobrowolski (g), Günther Wosylus (dr)

Story: Nach dem Verbot der Music Stromers (Beatverbot 1965), gründete Laartz im Juli 1968 die Band - - -  1969 ging Wosylus, Altenfelder und Dobrowolski, dafür kamen Karl-Jürgen Rath (dr), Jochen Gleichmann (tp) und Hansi Biebl (g) - - - mit Conrad „Conny“ Bauer nannte sich das Modern Septett in Modern Soul Band um, und machten zugleich ihre musikalischen Vorbilder deutlich (Blood Sweat and Tears) - - - sie spielten ein Gemisch aus Jazz, Rock und Soul, mit einem erstklassigen Bläsersatz - - - trotz zahlreicher Umbesetzungen spielten sie eine wichtige Rolle in der Rockmusik der DDR, so waren sie Sprungbrett und Inspirationsquelle für Hansi Biebl, Stefan Trepte, Angelika Mann, Uschi-Brüning, Holger Biege und Regine Dobberschütz - - - 1972 hatte die Band eine relativ konstante Besetzung und ersten Rundfunktitel wurden produziert (u.a. „Wie schön“) - - - nach wenigen Monaten setzte ein erneutes kommen und gehen ein à sodass Bandchef Laartz und Dagobert Darsow (tb), die einzige Konstante der Band war. 1973 fusionierte die Gruppe für eine Tournee mit der Klaus Lenz Big Band - - - Amiga veröffentliche im folgenden Jahr, als Dokumentation eine hochgelobte Live-LP - - - es folgten eine Reihe von Gastsolisten, die später auf der ersten LP 1976 mitwirkten, à Stefan Trepte, Angelika Mann, Uschi Brüning, Klaus Nowodworski, Hansi Klemm, Holger Biege, Regine Dobberschütz und Henry Kotowski („Zickenrock“) - - - weitere Umbesetzungen folgten und erst die Sängerin Regine Dobberschütz, prägte entscheidend den Stil der Band - - - 1978 ging R. Dobberschütz und es kam kurzzeitig Barbara Kusta, bevor Gonda Streihig der Band bis 1981 treu blieb - - - in dieser Zeit entstand die LP „Meeting“ (1979) - - - trotz weiterer Umbesetzungen gewann die Gruppe 1984 den zweiten Platz beim Grand Prix Wettbewerb des Internationalen Schlagerfestivals in Dresden mit dem Titel „Ideale“ - - - bis 1988 wechselten 37 Musiker in und aus die/der Band - - - 1988 durfte sie erstmalig im westlichen Ausland auftreten (wie Dänemark, Westberlin) - - - von ständigen Umbesetzungen begleitet existiert die Band noch heute.

LP: Modem Soul Band (1976), Meeting (1979), Berliner Song (1987)
CD: Moods (1991), Rolling Man (1998)
weitere Songs: Schlafen geh’n;  Mister Wonder; Berlin Song; verlier nie die eig’ne Fantasie

MONA LISE                                           [B]                                                    (Popband)

Band:  Lieselotte Reznicek (voc, key), AntjeWittösch (g), Manuela Rehberg (b), Christina Powileit (dr)

Story: Die Frauenband wurde durch den Pankow-Manager Wolfgang Schubert 1982 ins Leben gerufen - - - schon nach kurzer Zeit produzierten sie erste Titel für das DDR-Fernsehen: „Superdürre Tina“, „Hallo Süßer“,Heute“ - - - 1984 verließ Manuela die Band wegen ihrer Schwangerschaft, es kam die Ungarin Elisabeth Illes - - - BRD Konzertmogul Fritz Rau wollten die Gruppe als Vorband für Udo Lindenberg gewinnen, aber die Künstleragentur der DDR lehnte ab - - - auch Anette Humpe (Ideal) interessierte sich für die Band, ihr wurde jedoch die Einreise verweigert - - - 1985 nahm die Band erfolgreich am ungarischen Rocksommer teil - - - 1986 kam es zu Umbesetzungen, in deren Folge sie keine reinen Frauenband mehr waren (Th. Hergert, P. Scheffler kamen) - - - 1987 hatte sie mit „Tränen“ ihren größten Erfolg, aber die Band befand sich in der Auflösung, was 1989 endgültig erfolgte.                  
LP: Mona Lise (1989), weiterer Hit: Ruhelos (1988)

MONOKEL                                          [C]                                              (Bluesrockband)
Band:
Frank Gahler (voc, mundh), Jörg Schütze (b) // à bis 1979 Sebastian Baur (g, voc), Mario Janik (dr)    Wilfried Borchert (g, voc) // à ab 1979 Bernd Kühnert (g, voc), Michael Linke (g, voc), Rainer Lojewski (dr)

Story: Die Berliner Bluesrock-Band wurde 1976 gegründet und 1979 umbesetzt - - - 1982 ging Gahler, dafür kam Bernd Buchholz (voc, mundh) - - - nach einer erneuten Umbesetzung durfte die Band 1986 ihre einzige LP produzieren - - - für Insider blieb sie stets eine beliebte Liveband - - - nach der Wende bestand Monokel weiter und konnte zumindest in der Bluesszene das Publikum begeistern.

LP: Monokel (1986), CD: Nachlass eines Aussteigers (2000), Monokel & Gäste – Live (2007)

MORGENROCK                                     [B]                                               (Rockband)  

Band: Andreas Raab (voc, p), Heinz Prüfer (g), Hans Jürgen Dreßler (b),  Michael Felden (dr)

Story: 1978 in Berlin gegründet und nach einigen Umbesetzungen, spielten sie 1982 ihren Erfolgstitel „Mir geht’s gut“ ein  - - - live überzeugte sie besonders mit Coverversionen von Frank-Zappa - - - sie lösten sich 1985 auf

MTS                                                           [B]                                           (Musikcomedy)

Band: Thomas Schmitt (*1951, voc), Frank Engelhardt (*1952, g, fl, voc), Herbert Treichel  (*1953, g, voc)

Story: 1973 in Berlin gegründet, sahen sich als kabarettistisches Musiktrio an - - - schnell erlangten sie Kultstatus und verbreiteten zur Freude für Jung und Alt ihre Nonsensverse und Limericks - - - ab 1977 folgten erste Auftritte in Funk und Fernsehen - - - in den 80er Jahre stieß der ehemalige Silly-Schlagzeuger Michael Schafmeier dazu und veröffentlichte erneut den Song „Ich bin der letzte Kunde“ - - - bis zur Wende gab es weitere Umbesetzungen und während der Wende blieben die Zuhörer weg - - - nach 1993 stabilisierte sich wieder ein Zuhörerinteresse und sind heute noch musikalisch  aktiv.

Topsongs: Zehn böse Autofahrer (1974), Ballade vom Förster (1975), Ein Pferd wie du und ich (1976)  
LPs: Mut, Tatendrang, Schönheit (1977), Erste komische Interessengemeinschaft (1986 m. Possenspiel), Radio MTS (1998), ACH! (2003),  Echte Männer (2009)

N


NATSCHINSKI, THOMAS – BAND  ⇒ s. Thomas Natschinski bei Liedermacher 

NAUTIKS                                                      [C]                                              (Jazzrockband )

Band 1971:   H. J. Gottschalk (g, voc), A. Jereczinski (key), B. Schulze (fl, sax), E. Böhm (b), J. Kloß (dr)

Story: Die Erfurter Band wurde 1968 von Heinz-Jürgen Gottschalk gegründet und die Lieder „Wir gehen am Meer“ und „Lichter in deinen Augen“ wurden bekannt. Wegen den Grundwehrdienst von Gottschalk wurde die Gruppe zunächst aufgelöst und dann in neuer Besetzung 1971 wiederbelebt. Es folgte ihre erfolgreichste Zeit, bis man ihnen westliche Kontakte vorwarf und im Fokus staatlicher Behörden standen. Gottschalks löste daraufhin die Band auf und wechselte zur Horst-Krüger-Band (1974). 1975 wurde die Band wiederbelebt, bevor sich Ende der 80er Jahre die Gruppe endgültig auflöste, zumal sich die Erfolge in Grenzen hielten.

Songs bei Amiga: Wir gehen am Meer (1970), Ich steh allein in dieser Stadt (1971), Wie ein Vogel (1980)

NEUMIS ROCK CIRCUS                    [B]                              (Satirische Rockband)

Eine Mischung aus Zirkus, Rockmusik, Clownerie und Kabarett sollte das erfolgreiche Konzept werden. 1979 gegründete Hans Joachim „Neumi“ Neumann die Band. Das ehemalige Mitglied von Karat, passte nach seinem Wehrdienst, nicht mehr ins Konzept von Karat, zumal er den Funktionären ein Dorn im Auge war. Während seiner Karat-Zeit enthielten seine Songs zu kritische Untertöne. Die Kulturfunktionäre unterstützten ihn aber bei seinem Neuanfang und es war ihm erlaubt gesellschaftskritisch, aber nicht staatspolitisch zu sein. Mit den Song „Clown“ (1980) und dem satirischen „Die Nachbarinnen“ (1982), hatte er seinen größten Hit. Trotz steigender Popularität fühlte er sich musikalisch eingeengt und verließ er 1983 das Land. In Westberlin reifte er zum Produzenten, unter anderem für Judy Weiss, David Hasselhoff, die Flippers und Roland Kaiser.
LP: Neumis Rock Circus (1981)

NO 55                                                      [B]                                                  (Rockband )

Ende 1981 gründeten Georgi Gogow (v, b, voc) und Gisbert Piatkowski (g, arkor) die Band, die sich nach der alten Postleitzahl des Berliner Stadtbezirkes Prenzlauer Berg benannte. Hans Peter Krause (dr) und Frank Gahler (voc, mundh), vervollständigten die Anfangsbesetzung. Im Januar 1982 begeisterten sie bei ihrem ersten Auftritt, bei „Rock für den Frieden“. 1983 wechselte der Schlagzeuger (Bernd Haucke kam) und Gahler wurde zum Wehrdienst einberufen (Armee). 1985 kehrte Gahler wieder zurück und mit Rene Decker (sax) und Thomas Schock (keyb) wurde die Band vergrößert. Zwischenzeitlich nannte sich die Band im Umbesetzungskarussell ENNO. Die Band blieb bis zur Wende 1989 erfolgreich, dann verlies Gahler die Band und NO55 löste sich auf.

LPs: Kopf oder Zahl (1984), Träume von gestern (1988)
Songauswahl: Geburt (1982), Kopf oder Zahl (1983), In der letzten Stunde des Tages (1984 – als ENNO), Kurzschluß (1984), Schlüsselkind (1984), Träume von gestern (1987), Laß sie warten (1988)